Magdeburg (Sachsen-Anhalt)

 31.08.1552 / Stärke (n. bek.) Verdacht
"Den 21 Augusti dieses 52 Jares zu nacht umb mitternacht entstundt ein ungeheurer windt, desgleichen in ettlichen hundert Jaren nicht gewesen war, das viel leut meineten, der jüngste tagk würde komen. Er warff die eine hohe spitzen von S. Jacobs thurm, die vor dem feinde war bestehen blieben, und die eine spitzen von S. Ulrichs thurm, die da stundt nach der Sudenburgk warts umb, und wurden diese beide kirchen von dem fall schendtlich zerfallen, dan die thürme und sonderlich der zu S. Ulrich fiel auff die kirche und Orgell. Er warff auch den steinern gangk, der von des Bischoffs hofe auffm Newenmarckte in die thumbkirche gehet, hernieder. Er riß große beume aus der Erden und that großen schaden an gebew, menschen und viehe. Desgleichen windt war auch im lande zu Doringen, Meißen und der Margke etc. Zu Brunschwig warff er auch einen großen thurm hernieder. An etlichen orten (wie woll ungleublich düncken mocht) hats die menschen aufgehoben und in den lüfften viel wegs umbgefüret und ohne schaden wider nider gesatzt. Viel leut wolten halten, es were ein Erdbibungk gewesen, welchs dan auch woll gleublich ist." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Forts. Magdeb. Schöffenchr., S. 77)