Heilbronn (Baden-Württemberg)

 13.08.1562 / Stärke (n. bek.) Verdacht
"Disen vorgeschriben jamer kompt mir je lenger mer zu handen, wird bericht, doch selbs auch gesechenn, so weit es gereicht, auff die vir meil weg schaden gettan an fensterwerk auff die fünffzig tusent fl. Zu Heilbronn fast auff denn tächer alle ziegell zerschlagen und hingebracht, so man hette die gantzen ziegel zusamen gettan, wirde man nytt ein hus darmit bedekt haben. Nach wie zuvor in Stutgartter zechend nit ein fuder wein mocht gesamlet werden, das sit ein jamer. Ferner in disem wetter zu Tallen bey Heilbron gelegenn ein flekenn ist gleicher gstalt so hartt mit hagell verderbt, wein, kornn, die heiser tächer eingeschlagenn, das kein ziegel mer gantz beliben und der edelman, so iber den flekenn Tallen geherrschett, sich des jamers thet erbarmen, auch die jemerliche not, sich nemant des gnugsam ergrinden mocht, der edellman inen dem volck briter, stro kaufft, die heiser mit zu betteken, auch inen zugesagt, sie sollen gettrost sein, er welle inen tusent fl leichen, wan dieselben ein end haben, welle er noch tusent leichen, bis got in wider gebe, das was ein trost." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Diehl (Hg.), S. 237-239)