Prenzlau (Brandenburg)

 24.08.1582 / Stärke (n. bek.) Bestätigt
"[...] Winde, welche in dem Lande selbst [Mark Brandenburg] hin und wieder gewütet und schaden angerichtet. [...] welcher in der Nähe von Prenzlau einen Schäfer samt seinen Schafen aufgehoben, und auf das nähste feld gesetzet: welches um destoweniger unglaublich sein darf, da wir zu unsern zeiten 1738. von dergleichen Wind vernommen haben, daß er in Franken zu Tiefendorf gleichmäßige würckung gehabt, und unter andern ein Bauerhaus aufgehoben, und an eine andere stelle versetzet. Man nennet solchen Wind Typhon oder Vortex, der sonst in Teutschland und benachbarten Reichen nicht unbekannt, und 1679. 2 Sept. in Italien erstaunlich gewütet, wie es vom Ludolph Hist. Aethiop. L.I.c.V.S. 103. zu lesen: und 1703. 6. Dec. hat ein solcher Wirbelwind die größeste bäume aus der erde gedrehet, Menschen, Vieh, wagen u.s.w. und ebenfalls Häuser an andere stellen versetzet. S. Hrn Prof. Winklers in Leipzig Abhandl. de Vento Tiffendorfiano, und Varen. Geogr. General. L.I.C.XXI. Prop. 2, Diesen hat die Mark auch empfunden, indem er an häusern und bäumen gewaltigen schaden verursachet, unter andern auch den hölzern Thurm zu Radun in der Neumark aus seinem fundament gehoben, und einen fuß weit fortgerukket." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Bernhard Ludwig Bekmann, Historische Beschreibung der Chur- und Mark Brandenburg. Bd. 1., Seite 499 - Berlin, 1751)