Gera (Thüringen)

 27.07.1627 / Stärke (n. bek.) Verdacht
"Den 17. Julii ist allhier zu Gera ein grausamer / schrecklicher / und zuvor unerhörter Wind unversehens und gleichsam in einem Augenblick entstanden mit starcken Platzregen. Hat etwa eine gute viertel Stunde gewhret; aber in der kurtzen Zeit so grossen Schaden gethan / daß zu verwundern. Eine Scheune / welche vor wenig Jahren von Hans Zschacken erbauet worden / hat dieser Wind über einen Hauffen und das untere zu oberst gekehret. Ein groß Werckstück von Barthol Ammelung neu erbautem Hause hat er auf den Marckt herab geworffen: Die Spintel auf dem Rath-Hauß-Thurm / darauf der Knopff und Fahne gestanden / hat er herumb gedrehet und nieder gebogen / ein Hauß vorm Bader-Thor hat es auch gantz über einen Hauffen geworffen. Sonsten hat dieser ungeheure Wind / an Fenstern / Läden und Dächern / sonderlich aber in Gärten an Obst-Bäumen viel und grossen Schaden gethan. Am Dache des reinen Hospitals hat er sehr viel Ziegel heraus gerissen / und auf dem Dach zerbrochen / daß die Helffte herab gefallen / und die andere Helffte stecken blieben." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Zopf, Joh. Caspar, Reußische Gerauische Stadt- und Land Chronica, [...]. - Leipzig, 1692, S. 94)