Großenhain (Sachsen),
Blattersleben (Sachsen)

 Jahr 1661 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Datum nicht bekannt, Mai 1661 - "Ew. kurfürstlichen Durchlaucht gebe ich in Unertänigkeit zu vernehmen, es ist auch deroselben ohnedies gnädig bewußt, wie das der große ungeheure Sturmwind in dem ganzen Lande einen unaussprechlichen Schaden hin und wieder getan als auch gleichfalls mir und meinen armen Untertanen zu Blattersleben, indem es und viele Scheunen und Häuser zerissen und umgeworfen, daß es zu beklagen, auch wohl gar meinen und des Dorfes Ruin sein wird, wo ferner Euer kurfürstlichen Durchlaucht mir nicht die landesväterliche Mildigkeit gleich anderen wiederfahren lassen und mit etwas Bauholz mir und meinen Untertanen zu Wiederaufbauung zu Hilfe kommen und weil dann die Heiden ziemlich weit abgelegen, ausgenommen die Gävernitzer Heide [SSW. v. Großenhain], allwo der Wind gleich anderen großen Schaden getan. Als gelangt an Eure kurfürstliche Durchlaucht mein untertänigstes Bitten und Suchen, Sie wollen an den Forstmeister Friedrich Sieber die gnädigste Verordnung tun, damit er mir und meinen Untertanen ein 200 Stück Windbrüche, so zum Bau tüchtig, aus obgedachter Heide auf gnädigsten Befehl folgen lassen. Solches in Untertänigkeit vermögens nach hinwiederum zu verdienen, bin ich bereit und geflissen. [Dresden, den 8. Mai 1661: Befehl zu unentgeltlichen Ausreichung des Bauholzes]" (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Hauptstaatsarchiv, IRA Großenhain 1661/1662)- Weitere Recherche von Hans-Werner Gebauer, Regionalhistoriker: "14. Mai 1661 ? Von heute vor 350 Jahren existiert ein Gesuch des Hermsdorfer Müllers, dass ein ?großer Sturmwind daß Mühlgebeude beschädigett habe?. Der Müller bat um 30 Stämme aus der Laußnitzer Heide zur Reparatur, die ihm Ende Mai bewilligt wurden. Bei dem bisher in der Regionalgeschichte ziemlich unbekannten Ereignis, handelt es sich um ein ?tornadoähnliches Ereignis? wie es 2010 auftrat. Auch damals bahnte sich der Sturm einen Weg der Verwüstung von Großenhain Richtung Radeberg und suchte vor allem das Rödertal heim. Das konkrete Ereignis hat sich auf jeden Fall vor dem 8. Mai ereignet, denn das früheste Gesuch, das wegen des Sturmes im Sächsischen Hauptstaatsarchiv vorhanden ist, datiert vom 8. Mai 1661. In der Radeberger Stadtrechnung sind mehrere ?Tachscheden? aus dem Jahr bekannt."