Josbach (Hessen)

 13.06.1680 / Stärke (n. bek.) Bestätigt
"Am 3 [Juni] war ein sonderlicher fatal- und Unglücks-Tag vor viele Tausend Seelen in Teutschland hin und wieder; In Westphalen war ein erschröcklicher Sturm mit ungemeinem Hagel vermischet / welcher alle Früchte auf dem Lande zernichtete / doch betraf er nur diejenigen Oerter / die von den Feinden in diesem letzten Krieg nit waren getroffen worden / welches sonderlich zu mercken / unnd Gottes Gerechtigkeit und Barmhertzigkeit darauß zu sehen. Umb Braunschweig erschlug derselbe gewaltige Sturm und Hagel auff 2 Meilen herum gleichfals alle Feld-Früchte / und in Hessen thäte er noch grösseres Wunder / von dem Korn auff dem Feld / (wo nemblich der Strich hinkam) blieb nichts / als das zermalmete Stroh übrig / die Fenster wurden gäntzlich zerbrochen / (wie man dann auch von Mecheln schreibet / daß dieser Sturm an den Kirchen-Fenstern über 200 Rthlr. Schaden gethan) gantze Stück Wälder wurden mit den Wurtzeln außgerissen / und zehlet man bey einem Dorff Josbach derselben über 4000 / die Erde hat sich daselbst auch beweget / und die Häuser erschüttert / der ankommende Postwage wurde in die höhe gehoben / die Pferde übern Hauffen geworffen / und die Schlossen waren an etlichen Orthen grösser als Gänse-Eyer." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Antonius Weck, Der Chur-Fürstlichen Sächsischen weitberuffenen Residentz- und Haupt-Vestung Dresden Beschreib- und Vorstellung, Seite 539. - Nürnberg, 1679)