Breitenbrunn / Erzgebirge (Sachsen),
Kirchberg (Sachsen)

 30.06.1694 / Stärke (n. bek.) Bestätigt
"Anno 1694 den 20 Junii geschach die fast unvergleichliche Inundation, welche nach 4 tägigem starcken Land-Regen an der Zwickauischen Mulda / Elster / Tzschopa / Chemnitz / auch der Elbe grossen Schaden an Menschen / Vieh und Gebäuden gethan. Jn der Nacht zwischen dem 13 und 14 Junii merckten etliche Bergleute aus der Sosa am Steinbach unter der Säu-Schwemme an der Joh. Georgen-Städter Holtzung / daß ein Regen und Donner kommen wolte / da sie sich nun in ihre Kau salviren wollen / sehen sie im Grunde nach Breiten-brunn einen großen wie Schwefel stinckenden Dampff aufsteigen / und hören einen schrecklichen Sturmwind aus der Erden ausbrechen / mit grossem Krachen und Prasseln / also daß er gantze Stücke der Erden mit allen darauff stehenden großen Bäumen etliche Stuben hoch in die Lufft geführet / und die Bäume mit den Gipffeln wieder zur Erden gestürtzet. 8 Tage darnach spürete man zum Eibenstock wiederumb eine grosse Erschütterung der Erden. Der grosse Felß zur Schwefel-hütte oder Neidhartsthal ist zerklöbet und stückweise eingefallen. Auf so erschüttettem Erdboden ist die grosse Fluth mit ungläublicher Geschwindigkeit gedachte Nacht vor dem 20 Junii gewallet kommen / daß die Fuhrleute / so mit Last-Wägen auf dem Lande gegen Zwickau gewesen / alles müssen stehen lassen / umb ihr Leben zu retten. Das Erdreich war alles locker und bebend / und haben die Leute umb Kirchberg eine Meile hinter Schneeberg gemercket / wie das Wasser häuffig aus der Erden heraus gewallet." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Ausführliche Beschreibung des [...] Ober-Erzgebürges, V. Eint., Cap. XVII. - Leipzig, 1747)