Liebenberg (Brandenburg)

 07.08.1738 / Stärke (n. bek.) Bestätigt
"[...] Winde, welche in dem Lande selbst [Mark Brandenburg] hin und wieder gewütet und schaden angerichtet. A. 1738. 7. Aug. ist nachmittags ein gewaltiger Orkansturm mit regen, an einigen orten mit gewitter eingebrochen, der bei Liebenberg ein ganzes Bruch von den stärkesten Eichen, Büchen und Eschen übern haufen geworfen, viel gebaüde eingestürzt, und an einigen orten 3 stunden, in der gegend oranienburg aber nur wenig minuten vor dem Donnerwetter gedauert, und dennoch unsäglichen schaden gethan. Bei Pausin, Spand. Insp. sein die wolken so tief gegangen, daß man sich eines wolkenbruchs befürchtet. Bei Straußberg, Müncheberg, Trebnitz, Johannisfelde und der gegend, da anfangs kein regen gefallen, ist die Luft von aufgetriebenen sand und staub ganz dunkelgelb und so finster worden, als wanns nacht wäre gewesen, daß man auch licht anzünden müssen, welches eine gute halbe stunde gedauert, und ist bald hernach wieder ein schönes wetter geworden. Zu Angermünde ist der Kirchturm abgeworfen, zu Schievelbein das Kirchdach auf der einen seite abgedekket, die Kirchthürme zu Dobberzin und Selchow umgeworfen, bei Prizerbe alle heuwagen umgestürzet, sonst auch hin und wieder ställe und gebaüde eingeschmissen worden." (Quelle: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 und Bernhard Ludwig Bekmann, Historische Beschreibung der Chur- und Mark Brandenburg. Bd. 1, S. 504. - Berlin, 1751)