Storkow (Brandenburg)

 26.06.1811 / Stärke (F2) Bestätigt
"Am 26. Juni erhob sich zu Reichenwalde, eine halbe Meile östlich von Storkow, in der Uckermark (Anm.: Fehler im Bericht, es muss Mark heißen), ein Wirbelwind. Zwei parallel laufende Gewitter klemmten eine lichte Hagelwolke ein, aus welcher dieser Sturm hervordrang, und rechts die Scheunen am Fürstenwalder, links am Beeskower Thor theils umwarf, theils abdeckte und verheerte. Vor dem ersten Thor wurde eine frei stehende Scheune ganz umgerissen. Ein Ackerbürger, der sich mit fünf Pferden vor dem Hagel dahinter geflüchtet, rettete sich vor dem Einsturz mit vier seiner Pferde; eine Ziegenhirtin mit zwei ihrer Kinder blieben darunter begraben; das dritte Kind entsprang nach der Stadt. Nachher wurden Mutter und Kinder fast ganz unverletzt aus den Trümmern hervorgezogen. Die übrigen Scheunen vor diesem Thor haben mehr oder weniger gelitten. Vor dem Beeskower Thor riß der Wirbelwind sechs Scheunen um, und ließ von sechsunddreißig nur zwei unverletzt; die mehrsten müssen abgerissen werden. In der Stadt sind viele Dächer abgedeckt, vom Kirchendach die eine Seite ganz; der Hagel hat die Fenster eingeschlagen; der Wirbelwind die ältesten stärksten Bäume entwurzelt, zersplittert; von einer Maulbeerpflanzung von tausend Bäumen stehen kaum hundert. Gewitter und Wirbelwind mögen zwei Viertelstunden gedauert haben. Die Einwohner hielten es für das Ende der Welt. Von der Art des Getöses läßt sich keine Beschreibung machen." (Quelle: Heinrich Zschokke, Miszellen für die neueste Weltkunde. 1811)