Nieder-Beerbach (Hessen)

 29.06.1825 / Stärke (n. bek.) Bestätigt
"Am 29. Juni 1825, Abends um 5 Uhr, stießen unfern des Schlosses Frankenstein zwei Gewitter zusammen, und entluden sich theils in dem Malcher Tannenwald, theils in der Gemarkung von Niederbeerbach. Diese Gewitter wurden von einem Wirbelwind begleitet, der im erstern Wald gegen 5000 Bäume entweder zersplitterte oder entwurzelte, in Niederbeerbach die meisten Dächer und gegen 400 Obstbäume zerstörte und eine Scheuer zusammenriß. In dem Herrschaftl. Frankensteiner Wald wurden starke Buchbäume umgerissen, und deren Aeste über Niederbeerbach geschleudert. Zu Hassenroth, das in gerader Richtung 4½ Stunde östlich vom Frankensteiner Schlosse liegt, wurde um dieselbe Stunde, unmittelbar vor dem Ausbruch eines nicht bedeutenden Gewitters, gleichfalls ein außerordentlich heftiger Wirbelwind (Windsbraut) beobachtet. Dieser deckte in wenig Minuten die meisten Dächer ab, stürzte mehrere Wände und Giebel um, riß eine Scheuer gänzlich nieder, und entwurzelte fast alle Obstbäume, die einem Wald gleich den Ort umgaben, und nahm sie auf bedeutende Strecken mit sich fort. In einer Entfernung von einer halben Stunde, gegen Kinzig hin, also gegen Südosten, wurden Schindeln und andere Materialien, die der Wind mitgeschleudert hatte, gefunden. Alle diese Orte, nemlich Hassenroth, der Malcher und der Frankensteiner Wald, haben vor anderen Orten eine hohe Lage." (Quelle: Georg Wilhelm Justin Wagner: Hessisches Volksbuch oder Merkwürdigkeiten aus
dem Vaterlande. Darmstadt 1834, S. 110f., recherchiert von Johannes Hofmeister)