Geilsheim (Bayern)

 03.12.1832 / Stärke (F2) Bestätigt
"Der 3. Dez. brachte dem Dorfe Geilsheim, Ldk. Wassertrüdingen, einen Morgen des Schreckens und der Gefahr. Früh 7 Uhr zog ein Gewitter von Südwest nach Nordost über das Dorf. 2 starke Blitze und 2 heftige Donnerschläge folgten dicht aufeinander und zugleich entwickelte sich ein furchtbarer Orkan, eine Windhose, wodurch in 2 Minuten 21 Wohnhäuser und 16 Scheunen, wie auch die alte Kapelle nebst Thurm, ihrer Bedachungen beraubt, von einem Hause und 2 Scheunen die Dächer ganz heruntergeworfen, die Häuser aus ihren Fugen geschoben und dem Einsturze nahe gebracht wurden. An mehreren Häusern stürzten die Kamine ein; in einigen Gärten wurden ungefähr 40, meistens große Fruchtbäume, theils abgebrochen, theils in einer kreisförmigen Bewegung mit den Wurzeln aus der Erde herausgerissen. Eine Tanne, die 50 Schritte von einer Scheune entfernt stand, und 1/2 Fuß im Durchmesser hatte, wurde in der Mitte abgebrochen, und der Wipfel in die offen stehende Scheune hinein geworfen." (Quelle: Der Bayerische Landbote, 19.12.1832)