Hanau (Hessen)

 14.01.1843 / Stärke (n. bek.) Bestätigt
"Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wandte man sich rückwärts und zog einen erneuerten "gotischen" Stil hervor. Die Katholische Kirche am Bangert in ihrer ursprünglichen Gestalt ist ein Bau dieser Zeit. Am Mittwoch, dem 11. August 1841, begann der Neubau. Am 2. Mai 1842 wurde der Grundstein unter dem rechten Portal gelegt. In ihm sind verschlossen die Urkunde der Grundsteinlegung auf Pergament, zwei Flaschen Wein von 1798 und 1841, eine Schaumünze von 1821 und mehrere Silbermünzen. Der Aufbau ging rasch seinem Ende entgegen; da stürzte das Gebäude am 14. Januar 1843 abends zwischen sechs und sieben Uhr zusammen. Ein Wirbelwind soll die Ursache gewesen sein. Ein kunstvoller Turm war geplant gewesen, wie auch die Höherführung des Mittelschiffes um einige Meter mit Oberfenstern, was später beim Neuaufbau unterbleiben mußte. (Das Holzmodell befand sich noch in einem Schrank der rechten Sakristei und ist leider ebenfalls verbrannt). Der so verdiente Pfarrer Schaum mußte die Trümmer seiner jahrzehntelangen opferreichen Tätigkeit mit eigenen Augen sehen. Fast das ganze Kapital war verbaut, und nun brach diese schwere Heimsuchung über Pfarrer und Gemeinde herein. Niemand brachte Hilfe. Weitere Zuschüsse unterblieben; ein neuer Plan wurde verworfen. Das neue Gotteshaus lag fünf Jahre als Trümmerhaufen da, von 1843 bis 1848. [...] am 28. August 1850 wurde die Kirche feierlich geweiht." (Quelle: Peter Heckert) - Dazu aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 21.07.1841: "Kassel, 18. Jan. Nach einem Bericht aus Hanau in unserer heutigen hiesigen Zeitung ist der Einsturz der dortigen, noch im Bau begriffen gewesenen katholischen Kirche in Folge des heftigen Sturmwindes, welcher am Abend des 14. d. wüthete, erfolgt. Es heißt in gedachtem Berichte: "Nach Südwest der Thurmseite war der Bau noch nicht ganz vollendet und das Dach an seiner ersten Giebelseite offen, so daß sich der Wind gefangen, das große, aber leichte Schieferdach gehoben, und hierdurch die Unterstützungsmauern so erschüttert hat, daß auf der Südseite ein theilweiser Einsturz des obern Aufbaues bis in seine Pfeiler und des ganzes Daches erfolgt ist. Ungeachtet noch an demselben Tage an der Kirche gearbeitet wurde, ist glücklicherweise Niemand beschädigt. Der ausführende Architekt ist um so mehr von aller Schuld frei zu sprechen, da er bisher mit der größten Umsicht und wahrer Aufopferung der Ausführung des Baues vorgestanden hat."" (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

Aus der Geschichte der Stadt Hanau ( Peter Heckert)