Ulm (Donau) (Baden-Württemberg)

 13.07.1854 / Stärke (F1) Bestätigt
"Ulm, den 14. Juli. Gestern Abend gegen 5 Uhr zog eine ziemlich starke Wetterwolke, von Nordwesten kommend, über unsere Stadt, die sich ohne Donner und Blitz durch einen heftigen Platzregen entladete. Unmittelbar vor dessen Ausbruch bildete sich in dem Garten des Herrn Gouverneurs, Grafen v. Sontheim an der Donau (am grünen Hof) ein Wirbelwind oder Windhose, die einen Springenbaum und anderes Gesträuch zusammendrehte, dann unter großem Getöse über die Donau fuhr, auf dem sogenannten Schwall das aus Brettern bestehende Dach des dort stehenden Waarenschuppens theilweise abhob und 12-16 Bretter desselben wohl 60 Fuß hoch senkrecht in die Luft hinauf wirbelte, gewiß so hoch als die dort stehenden Pappeln. Weiter angerichteter Schaden wurde nicht bemerkt, auch nicht in Erfahrung gebracht ob diese Windhose, der ein kaum eine Minute andauernder Sturmwind folgte, ihren Weg weiter fortgesetzt oder hier ihr Ende gefunden hat." (Quelle: Schwäbischer Merkur, 16.07.1854) - "Am 13. Juli 5h Abends entstand zu Ulm unmittelbar nach Ausbruch eines Gewitters mit Platzregen eine Windhose in einem Garten an der Donau, sauste mit grossem Geräusch über den Fluss, hob das Dach eines Wagenschoppen ab und riss die Bretter 60' hoch in die Luft; es folgte darauf ein 1 Minute dauernder Regen." (Quelle: Ebner u. Seubert, Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg, 1854, recherchiert in Google Books)