Bayenthal (Nordrhein-Westfalen)

 08.03.1858 / Stärke (n. bek.) Bestätigt
"Aus Köln schreibt man unterm 8. März: Heute Morgen gegen 5 Uhr brach hier ein orkanähnlicher Sturmwind los, wie er heftiger gewiß in langen Jahren nicht erlebt wurde und der bis gegen 8 Uhr hauste. Der Himmel war ziemlich heiter, die Richtung des Windes von Nordwest. Während der Sturm, wie wir hören, im Hafen keinen besonderen Schaden angerichtet, hat er überlal in der Stadt an öffentlichen und Privatgebäuden Fenster, Dächer und Schornsteine heimgesucht und in vielen Gärten alte, dicke Bäume theils der Aeste beraubt, theils abgebrochen. Dachschiefer und Ziegel flogen wie Papierschnipsel in der Luft umher und einzelne Dächer sind halb abgedeckt. Der Thurm der Pfarrkirche von St. Johann kam ins Wanken, sodaß die Augen der Zuschauer mit Aengstlichkeit daran hafteten. Der Köln-Crefelder Bahnhof ist beinahe ganz abgedeckt. Noch schlimmer ist es der kölnischen Maschinenbauanstalt im Bayenthale ergangen. Ein Theil der dortigen höher gelegenen Bedachungen wurde zerstört. Die niedriger gelegenen Dächer blieben unversehrt; dagegen hat eine Windhose das neue Eisenmagazin, ein massiv erbautes Gebäude, mit zwei Stein dicken, 26 Fuß hohen Mauern sammt Dach vollständig niedergelegt. Die Windsbraut war so heftig, daß sie zwei Centner schwere Deckplatten 60 bis 80 Fuß und ein einzelnes ziemlich großes Bruchstück des Daches ungefährt 300 Fuß weit durch die Luft getragen. DEr Schaden dürfte sich auf 10,000 ... (nicht lesbar) belaufen. Am Nachmittage konnte indeß der Betrieb des Etablissements ohne weitere Störung wieder eröffnet werden. Mehrere Personen wurden auf der Straße umgewegt, ohne jedoch weiteren Schaden zu nehmen (Vgl. Belgien.)" (Quelle: Leipziger Zeitung, 11. März 1858; Außerordentliche Beilage zu No.59 der Leipziger Zeitung)