Aderstedt bei Bernburg (Sachsen-Anhalt),
Bernburg (Saale) (Sachsen-Anhalt),
Dessau (Sachsen-Anhalt)

 29.04.1858 / Stärke (n. bek.) Bestätigt
Aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 10.05.1858: "Deutschland. Die Zeitungen bringen aus Duisburg, Neuwied, Koblenz, Düsseldorf, Elberfeld, Dortmund, Nordhausen, Aschersleben, Halle, Erfurt, Bernburg, Dessau Berichte über eine schauerliche Windsbraut, die am 29. April, ungeheure Staubmassen mit sich führend, auf kurze Zeit alles in Dunkelheit versetzte, und zum Theil sehr schlimme Verheerungen anrichtete. Angstvoll, als ob der jüngste Tag käme, flüchteten die Menschen. Interessante Details gibt eine Mittheilung der Magd. Ztg. aus Aschersleben. "Ich befand mich - schreibt der Correspondent - am 29. Nachmittags 4 Uhr 28 Minuten im Postwagen auf der Straße zwischen Bernburg und Aschersleben, und zwar in der Nähe der Zuckerfabrik Zernitz, als ich bei ganz stiller Luft und halbbedecktem Himmel gegen Süden, rechts vom Dorf Aderstedt und dem Anscheine nach kaum eine Viertelstunde entfernt, eine imposante Wolkenmasse von dunkelbrauner Farbe sich entwickeln sah, welche, von der Erde aufsteigend, sich mit einem noch dunklern Gewölk am Himmel in beträchtlicher Höhe vereinigte. Mit jedem Augenblick wurde das Phänomen dunkler und drohender, der Postillon stieg vom Bock und hielt seine Pferde an; es war dieß jedoch kaum geschehen, als der Postwagen plötzlich von einer dichten Wolke Erde und Sand, ja selbst mit erbsengroßen Steinen überschüttet, von einem furchtbaren Sturm zur Seite geschoben und beinahe umgestürzt wurde. Die Dunkelheit war etwa eine Minute lange eine vollkommen nächtliche, die ganze Erscheinung jedoch in drei Minuten vorüber; der Wind blieb bei gelindem Regen noch etwa eine Viertelstunde ziemlich heftig, während der Himmel sich aufklärte und den schönsten Sonnenschein zeigte."" (Quelle: Universitätsbibliothek Bern)