Hamm (Westfalen) (Nordrhein-Westfalen)

 19.07.1858 / Stärke (F2) Bestätigt
"Vermischte Nachrichten. Windhose. Aus Hamm schreibt man vom 20. Juli: "Gestern Nachmittag um 3 Uhr zog ein seltenes, merkwürdiges Meteor die Aufmerksamkeit der Bewohner unserer Stadt auf sich."" (Quelle: Wochenschrift für Astronomie, Meteorologie und Geographie. Mittwoch, den 11. August 1858; Weitere Quelle: Alfred Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917) - "In der Gegend von Hamm hat am vorigen Montag eine ungeheure Windhose große Verwüstungen angerichtet. Die Gebäude, welche sie auf ihrem Zuge berührte, wurden abgedeckt und Ziegeln und Balken weithin geschleudert. Beim Ueberschreiten der Eisenbahn wurden zwei leere Güterwägen in die Höhe gehoben und in 40 Fuß Entfernung von der Bahn wieder niedergelassen. Korngarben wurden auf den feldern in die Höhe geschleudert und zerrissen. Zum Glück betrug die Breite der 2000 Fuß hohen Wettersäule nur 80 bis 100 Fuß." (Quelle: Fortsch, Epheuranken: belletristische Beilage zum Wurzburger Abendblatt, Band 18. 1858; recherchiert bei Google Books) - "Windhose. Aus Hamm schreibt man vom 20. Juli: ?Gestern Nachmittag um 3 Uhr zog ein seltenes, merkwürdiges Meteor die Aufmerksamkeit der Bewohner unserer Stadt auf sich. In Südwesten und Süden der Stadt nämlich zog in der Richtung von Westen nach Osten in langsamer Bewegung eine Windhose von bedeutender Grösse (von 500 bis 800' Höhe) vorbei, die überall auf ihrem Wege durch die Fluren bedeutende Spuren der Verheerung zurückgelassen hat. Dem Zuschauer in der Stadt zeigte sich diese Wettersäule als ein aufrechter, von der Farbe der Wolken stark abstechender dunkelgrauer Kegel, aus dessen Spitze eine hellere Wolkenmasse vaa birnförmiger Gestalt in heftig kreisender Bewegung emporgetrieben wurde. Andern, und näher stehenden Beobachtern ist sie auch als zwei mit ihren Spitzen sich berührende Kegel erschienen, die je nach der Lage des Beobachtungsortes eine andere Gestalt angenommen haben. ? Die Windhose begann im Stadtgebiete unter starkem Gebrause ihr Zerstörungswerk mit dem Abdecken der Fabrikgebäude des Eisenwerks von Witte, deren Dachziegel nach allen Richtungen herumgeschleudert wurden. Dann überschritt sie die Kölner- und Westfälische Bahn. Auf letzterer stösst sie auf zwei leere Güterwagen, die durch die schraubenförmige Bewegung der Luft im Trichter der Windhose in die Höhe gehoben und in 40' Entferung von der Bahn wieder niedergelassen wurden und zwar ohne sichtliche Beschädigung. In der weiteren Bewegung durchschneidet die Windhose die Gärten und Fluren, überall den Weg mit Trümmern bedeckend. Die Bohnenstangen in den Aussen-Gärten sind auf der Linie zerstört, das Kartoffelkraut ist niedergetreten, Roggengarben zertrümmert. Eine Gartenthür wurde in einer der fortschreitenden Bewegung der Hose entgegengesetzten Richtung weit fortgeschleudert. Zum Glück ist die Breite der Hose unbedeutend gewesen; sie übersteigt nicht 100'. Eine halbe Stunde Wegs lässt sich die Bahn leicht verfolgen, welche die Hose genommen hat. Arbeiter auf dem Felde haben, durch das starke Brausen auf die Erscheinung aufmerksam geworden, ihre Rettung in der Flucht gefunden. Ungewöhnliche Erscheinungen in der Atmosphäre waren mit dieser Windhose nicht verbunden, nur zeigten sich einige Gewitterwolken, die sich auch später entladeten. Die Temperatur der Luft war sehr hoch und nicht unter 22 1/2 Grad R."" (Quelle: H. W. Schmidt, Wochenschrift für Astronomie, Meteorologie und Geographie, 1858)