Schluttenbach (Baden-Württemberg)

 23.07.1867 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Sturmereignis in Schluttenbach bei Ettlingen. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 30.07.1867: "Ettlingen, 26. Juli. Das Gewitter, welches am 23. d.M. Abends zwischen 8 und 9 Uhr unsere Gegend von Süden nach Norden durchzog, hat einzelnen unserer Gebirgsgemeinden durch Entwurzeln von Obstbäumen große Verluste gebracht. Die dürstige Gemeinde Schluttenbach aber hat eine wahre Verheerung zu beklagen. Denn nicht nur wurden in den Gärten und Grasplätzen der nächsten Umgebung 650 Obstbäume, und im Felde eben so viele mit ihrem meist leichten Ertrag aus der Erde gerissen sondern durch Sturm und Gewitterschlag fast alle Häuser beschädigt. Dem größten Theil derselben wurden die Ziegel und Theile des Dachstuhles entrissen, so daß fast Stunden weit die Schindeln fortgetragen wurden. Einem Hause wurde der obere Giebel und die ganze Bedeckung einer Dachwohnung durch einen großen Ast der alten Dorflinde im Fluge weggeschlagen und das Scheuer- und Stallgebäude des Hirschwirths Günter stürzte auf den stärksten Gewitterschlag vollständig in Trümmer. Durch eine vom Bezirksamt angeordnete Aufnahme stellte sich der Verlust von etwa 72,000 Ziegel heraus, und berechnet sich der Schaden an Gebäuden ohne die erwähnte Scheuer auf wenigstens 16000 fl., derjenige am Obst auf 14000 fl. Da die Einwohner jährlich über 600 fl. gelöst haben und die meisten Familien in Folge der schlechten Ernte des vorigen Jahres schon längere Zeit ihr Brod zu kaufen genöthigt sind, so ist der Jammer erklärlich, mit welchem sie nicht nur in diesem, sondern auch in den folgenden Jahren ihr prachtvollen Obstbäume vermissen werden. Der Wohltätigkeitssinn hat hier reichliche Gelegenheit zur Entfaltung seiner Unterstützungsmittel. (Karlsr. Ztg.)" (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)