Gorgast (Brandenburg)

 02.08.1867 / Stärke (n. bek.) Bestätigt
Jahr unsicher. "Tromben und Windhosen. Eine solche, die starke Verwüstungen anrichtete, wurde am 2. Aug. bei Schaumburg a/O. in der Nähe von Küstrin während des Zusammenstoßes zweier Gewitter beobachtet. Sie entwurzelte während ihres Laufes die Bäume, auf welche sie traf, deckte die Dächer von Häusern ab und hob leichtere Gergenstände, wie Baumzweige u.s.w. kreiselförmig in die Höhe. Auf ihrem Wege überschritt sie die Oder und bot während dessen den Anblick einer Wasserhose. Auf dem Flusse schien ein umgekehrter Wolkenkegel zu ruhen, der das Wasser bis zu 40 Fuß Höhe emporsaugte und Fische selbst mit bis ans Ufer nahm. Eine am Oderteiche weidende Viehherde wurde herumgedreht und theilweise zu Boden geworfen. Das Phänom verlor sich in der Richtung nach Gorgast im Oderbruch." (Quelle: Hermann Joseph Klein. Gaea, Natur und Leben, Band 4. Köln und Leipzig, 1868) - Anmerkung: Das Schaumburg an der Oder befindet sich in der Provinz Lebus und ist seit 1945 polnisch unter dem Namen Szumilowo. Von dort aus zog der Tornado über die Oder und in den Gemeindebereich von Bleyen und Genschmar bis nach Gorgast. Das ergäbe eine Zugrichtung von N nach S (tendenziell). Also haben wir hier einen Grenzgänger, ein Tornado aus Polen nach Deutschland, Wegstrecke wäre ca. 7 km. Laut des Artikels war Küstrin selbst nicht betroffen.