Goslar (Niedersachsen)

 19.11.1880 / Stärke (n. bek.) Verdacht
"Umwerfendes Ereignis: Orkan am Rammelsberg Am 19. November 1880 wurde der nördliche Harzrand von einem Orkan heimgesucht. Dächer in der Stadt Goslar wurden abgedeckt und der Herzberger Teich drohte wegen des starken Wellenganges den Damm zu beschädigen, so dass der damalige Werksdirektor Friedrich Wilhelm Wimmer die Ausflut öffnen ließ, um die Wucht des Wassers zu mindern. Am schwersten aber wütete der Sturm am Hang des Rammelsberges: Zwar war das Maschinenhaus am Kanekuhler Schacht durch den quer stehenden Kohlebunker einigermaßen geschützt; den 36 Meter hohen Schornstein jedoch, der zwischen dem Gebäude und der Blockschutthalde des Kommunion-Steinbruchs errichtet worden war, traf es mit aller Gewalt. Zehn Meter über dem Erdboden knickte er ein und stürzte in das Maschinenhaus. Glück im Unglück: Weder die Maschineneinrichtung noch der Förderturm wurden beschädigt, und drei unmittelbar in der Nähe stehende Arbeiter kamen mit dem Schrecken davon. Aus Sicherheitsgründen wurde ein neuer Schornstein später in die Halde hineingebaut; seine Reste sind dem geschulten Auge noch erkennbar." (Quelle: Hans-Georg Dettmer, Bergbauspuren auf Schritt und Tritt, Goslar 2006, ISBN 3-929559-03-X, Weltkulturerbe Erzbergwerk Rammelsberg, Recherche im Niedersächsischen Bergarchiv Clausthal, Hann 184, Acc. 9, Nr. 2978)