Heitersheim (Baden-Württemberg),
Bad Krozingen (Baden-Württemberg),
Mengen (Baden-Württemberg)

 16.07.1884 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 19.07.1884: "Heitersheim, 17. Juli. Gestern mittags etwa um zwei Uhr entlud sich über unsere Gegend ein Gewitter, das von einem orkanähnlichen Sturme begleitet war und den Staub derart aufwirbelte, daß man völlig in ein Dunkel gehüllt war. Ziegel flogen von den Dächern, Bäume wurden geknickt und Aeste davon getragen. Auf dem Felde wurden geladene Garbenwagen umgeworfen. Gebundenes und ungebundenes Getreide flog davon und zwar so, daß beispielsweise ein Bauer von 200 Garben nachher nur noch 90 wieder finden konnte. Ein einzeln stehender mit Wein beladener Eisenbahnwagen wurde aus den Schienen gehoben und neben den Bahnkörper gestellt. Selbst einige nicht unerhebliche Körperverletzungen sind vorgekommen." - Aus einer weiteren Meldung der Freiburger Zeitung vom 18.07.1884: "Krozingen, 16. Juli. Um 1 3/4 Uhr Nachmittags erhob sich hier plötzlich ein orkanartiger Sturm. Das Tageslicht wurde gelblich, der Wind nahm an Stärke zu, ein unheimliches Heulen, Sausen, Brausen, Klirren tönte von allen Seiten an das Ohr. Die Natur schien im Aufruhr. Die Ziegel rasselten von den Dächern, Häuser wurden abgedeckt Tabakschuppen umgeworfen, Bäume geknickt, zerrissen und entwurzelt, heimeilende Arbeiter unfreiwillig zum Liegen gebracht, Garbenwägen überwältigt, geschnittenes Getreide weiß wohin zerstreut. Dieses die Wirkungen einer ganz kurzen Zeit. Darauf folgte ein kurzer Regen ohne Hagel. Aeltere Leute können sich eines solch starken Windes mit genannten Wirkungen nicht erinnern." - Aus einer weiteren Meldung der Freiburger Zeitung vom 18.07.1884: "Mengen, den 16. Juli. Heute Nachmittag 2 Uhr zog von Südwesten kommend, ein schweres Gewitter über unsere Gegend. Dasselbe war von einem Sturm oder viel- (?) Orkan begleitet, wie er in vielen jahren nicht vorgekommen ist und welcher bedeutenden Schaden anrichtete. Dächer wurden abgedeckt, Bäume von jeder Dicke in großer Zahl abgebrochen, Aeste weggerissen. Die von dem Orkan verursachten Zerstörungen sind um do beträchtlicher, als wir uns in voller Ernte befinden. Geschnittenes Getreide wurde mehr oder weniger fortgetrieben und zerstreut; es gibt Aecker, denen alles genommen und so weggeweht wurde, daß nichts mehr zusammen zu bringen ist. Selbst Garben findet man über mehrere Aecker weit fortgeweht. An noch stehendem reifen Getreide ist viel ausgeschlagen, hauptsächlich Welschkorn, Bohnen, Hafer, Hanf. Geladenen Getreidewagen wurden umgeworfen. Bedeutenden Regen, der so erwünscht wäre, brachte das Gewitter nicht und glücklicherweise auch keinen Hagel." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Weitere Berichte über ein extremes Sturmereignis liegen aus Freiburg und Mahlberg vor.