Karlsruhe (Baden) (Baden-Württemberg)

 04.07.1885 / Stärke (F1) Bestätigt
Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 07.07.1885: "Karlsruhe, 5. Juli. Gestern Abend richtete eine Windhose im Schloßgarten und vornehmlich im Wildpark erheblichen Schaden an. Ueber dreihundert prächtige Eichen und Linden wurden entwurzelt. Die Stadt blieb unberührt. (So wird der Frkf. Ztg. unterm gestrigen telegraphirt. Bezüglich des letzten starken Gewitters, das über Karlsruhe niederging, war demselben Blatte ein Telegramm zugegangen, das die Folgen des Gewitters sehr übertrieben darstellte Red.)" - Aus einer weiteren Meldung der Freiburger Zeitung vom 08.07.1885: "Karlsruhe, 6. Juli. In dichten Schaaren besuchte gestern das Publikum den Großherzoglichen Schloßgarten und den ausnahmsweise dem allgemeinen Zutritt geöffneten Wildpark, um die Verheerungen in Augenschein zu nehmen, die dort ein am Samstag Nachmittag wüthender Wirbelsturm angerichtet hatte. Die seltene Naturerscheinung war am Samstag zwischen 5 und 6 Uhr während eines an der Stadt vorüberziehenden Gewitters aufgetreten, und der durch sie verursachte Schaden erweist sich als ein recht beträchtlicher. Von dem Ende des Schloßgartens, in welchem auch mehrere Bäume dem Wirbelsturm zum Opfer fielen, bis in die Gegend von Hagsfeld erstrecken sich die Verheerungen. Gegen dreihundert, zum Theil sehr starke und kräftige Bäume, meist Eichen, Linden und Tannen wurden mit den Wurzeln aus der Erde gehoben oder umgebrochen, das Dach des Försterhauses leicht beschädigt." - Aus einer weiteren Meldung der Freiburger Zeitung vom 09.07.1885: "Hagsfeld, 6. Juli. Am Samstag Abend zwischen 5-6 beobachtete man im großh. Hardtwald eine eigenthümliche Naturerscheinung. Vom Schloßgartenthor bis zur Gegend von Hagsfeld längs des sogen. Blankenlocher Weges wurden durch eine Windhose streckenweise die größten Bäume entwurzelt und niedergelegt. Die Hauptverheerung ist in dem Eichwald beim Schloßgartenthor bis gegen Rintheim mit ungefähr 120-130 entwurzelten Eichen und beim Hagsfelder Thor mit ungefähr 70-80 entwurzelten und abgegipfelten Forlen (Anm.: Kiefern). Die Hölzer sollen als Gabholz an die gabholzberechtigten Gemeinden abgegeben werden, weil das gefällte Holz im Saft nicht zu Bauholt zu verwenden sei." (Quelle jeweils: Universitätsbibliothek Freiburg, weitere Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)