Göttingen (Baden-Württemberg),
Albeck (Baden-Württemberg)

 02.09.1894 / Stärke (F2) Bestätigt
"1894 am 2. September nachmittags 4 Uhr ist in Göttingen, OA Ulm eine Windhose beobachtet worden, nachdem mittags sich mehrere Gewitter von verschiedenen Seiten im Donautal zusammengezogen hatten. Im NW erschien ein dunkler Gewitterwolkenstreifen, aus dem sich eine nebelgraue Säule zur Erde herabsenkte, die unter starkem Brausen die Dächer abdeckend einherzog. Leute aus Albeck wollen in dieser wirbelnden Säule einen schwarzen Fleck, so groß wie ein Bierfäßchen, entdeckt und erkannt haben, wie darin Vögel vom Wirbel eingeschlossen gewesen seien. Die Windhose traf ferner auf vier große Strohhäufen und wirbelte das Stroh in die Höhe, sie brach drei starke Bäume und schüttete über den nördlichen Teil von Göttingen einen wahren Regen von Stroh, Frucht, Öhmd und Baumzweigen. In einem Hause wurde das Fenster in die Stube auf den Tisch geworfen. Die Windhose wandte sich sodann nach Süden und zog durch das Sulzbachtal auf die Ebene, erschien aber nicht mehr gerade, sondern schlangenförmig gewunden, der obere Teil dem unteren voraus, auf dem Boden alles aufwirbelnd; dann wandte sich die Windhose wieder nach SO und zerriß endlich." (Quelle: Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg; weitere Quelle: Waltraud Düwel-Hößelbarth, Chronik der Hohenheimer Meteorologischen Beobachtungen der Jahre 1878 - 1977. Stuttgart. Mai 1982)