Calw (Baden-Württemberg)

 01.07.1895 / Stärke (F2) Bestätigt
"In der Inselgasse der Stadt Calw wütete am 1. Juli 1895 der Wirbelsturm, den Hesse in der Erzählung "Der Zyklon" beschreibt." - "Am 1. Juli 1895 nachm. zwischen 2 1/2 und 3 1/2 Uhr fanden verschiedene Gewitter im Nagoldgebiet statt, bei denen auch ein sich von Wildberg bis Calw hinziehender Sturm entstand, dessen Schadenfeld nirgends über 50 m breit war. Die Tannen waren alle parallel niedergelegt. Der Sturm hat sich nicht in die Täler herabgesenkt, die er überquerte, dort blieben die Bäume unversehrt. Hier handelt es sich wohl um einen Wirbel mit horizontaler Achse und geringer horizontaler Breite." (Quelle: Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg) - Weiter aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 03.07.1895: "Calw (Württemberg), 1. Juli. Gestern Abends richteten hier ein fünf Minuten dauernder Wirbelsturm und ein starker Hagelschlag, wobei hühnereigroße Schlossen fielen, außerordentlich schweren Schaden an. Der Sturm deckte die Dächer ab, drückte Giebelwände ein und zerschlug eine Unzahl von Scheiben. Ganze Waldstrecken sind zerstört. Der Feldschaden ist sehr beträchtlich. Personen wurden nicht verletzt." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern) - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 04.07.1895: "[...(siehe Intelligenzblattes für die Stadt Bern)] Unmittelbar vor dem Orkan hatten zahlreiche Schulkinder die Badeanstalt verlassen. Dieselbe wurde vom Wirbelsturm völlig zertrümmert. Zahlreiche Feldarbeiter kehrten wundenbedeckt heim." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Hermann Hesse beschreibt das Sturmereignis und die Folgen in seiner Erzählung "Der Zyklon". - Aus einer Meldung des Teltower Kreisblattes vom 03. Juli 1895: "Calw (Württember), 2. Juli. Gestern Abend tobte hier ein etwa 5 Minuten anhaltender Wirbelsturm, der von stärkstem Hagelschlag mit hühnereigroßen Schlossen begleitet war. Der Sturm richtete außerordentlich großen Schaden an; er deckte Dächer ab, drückte Giebelwände von Gebäuden ein und zerschlug zahlreiche Scheiben. Ganze Waldstrecken wurden zerstört dadurch, daß die Bäume entweder entwurzelt oder abgeknickt wurden. Auch der entstandene Feldschaden ist sehr beträchtlich. Verluste an Menschenleben sind nicht beklagen. Unmittelbar vor Ausbruch des Orkans hatten zahlreiche Schulkinder die Badeanstalt verlassen. Dieselbe wurde durch den Wirbelsturm völlig zertrümmert. Zahlreiche Feldarbeiter kehrten mit Wunden bedeckt heim." (Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin)

Windhose in Calw ( Wetterchronik)