Aicha vorm Wald (Bayern)

 18.07.1953 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 16:30 Uhr MEZ. Aus einer Meldung der Passauer Neuen Presse vom 21. Juli 1953: "Nicht nur im Isar- und Vilstal richtete am Samstagnachmittag ein furhtbares Unwetter ungeheure Schäden an landwirtschaftlichen Gütern und Gebäuden an, auch im Vorwald wütete ein Tornado, wie seines gleichen seit Menschengedenken nicht mehr dagewesen war. [...] Sie sind nicht die einzige Familie in der Gemeinde, die dringend der Hilfe bedarf: da ist der Bauer Alois Weinberger in Stolzing, dem es das Scheunendach glatt um einen Meter verschob, da ist ein anderer Bauer, Alois Kreipl in Weferting, dessen neugebauter Stadel eingedrückt wurde, da ist die Gastwirtschaft Georg Ellinger in Renholding, deren Blechdach 50 Meter vom Hause entfernt in den Obstbäumen hängt. Und schließlich das Feuerwehrhaus in Weferding: der fünf Meter hohe Turm ist zusammengestürzt, von den Dachschindeln ist nichts mehr zu sehen. Auch die umliegenden Wälder haben stark gelitten, der Windbruch hat sich an zahlreichen Stellen bemerkbar gemacht. Aber von Waldungen bei der Ortschaft Kapfham bei Fürstenstein werden sie noch weit übertroffen. Achtzigjährige Stämme liegen hier bunt durcheinandergewirbelt auf dem Erdboden, fast durchweg in einer Höhe von vier bis fünf Metern wie von einer riesigen Faust abgeknickt. 60 Tagwerk sind vernichtet und können nur noch als Brennholz verwandt werden. Einzelne der Bäume hatten einen Umfang, den zwei Männer kaum umspannen konnte, jetzt bedecken sie den Boden wie riesiges Reisig. [...] Von der übrigen Gemeindeflur (Anm.: Gemeinde Fürstenstein) wurde besonders Nammering stark betroffen, hier haben auch die Gebäude erheblichen Schaden erlitten. [...] Neukirchen v.W. ist die nächste Station. In dieser Gemeinde wurden nur einzelne Ortschaften betroffen, die in der etwa zweieinhalb Kilometer breiten Sturmbahn lagen." (Quelle: Bayerische Staatsbibliothek)