Cuxhaven (Niedersachsen)

 22.05.1966 / Stärke (F2) Bestätigt
Aus einer Meldung der Cuxhavener Zeitung vom 24.05.1966: "Verwüstungen durch Windhose - Die Trümmer einer Bauernscheune weit verstreut. nn. Altenbruch/Groden. Schwere Schäden richtete Sonntagabend, wie bereits kurz berichtet, eine Windhose im Altenbrucher Gemeindebezirk Westerende an und berührte auch das ländliche Stadtgebiet Cuxhaven-Groden. Noch in der Nacht wurden Einsatztrupps verschiedener Dienststellen zur Hilfeleistung angefordert, die bis zum Morgen fast ununterbrochen an der Beseitigung der gröbsten Schäden arbeiteten. In Altenbruch-Westerende wurden an der Kreisstraße 18 mehr als 30 starke Straßenbäume entwurzelt, während in der Grodener Abschnede eine Maschinenscheune des Landwirts Christian Kamps völlig vernichtet wurde. Personen sind glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen und Verluste von Tieren, die bei solchen Unwettern Schutz unter Bäumen zu suchen pflegen, bisher nicht bekannt geworden. Dagegen haben manche Strohdächer und auch Hartbedachungen erheblich unter dem Sturm gelitten. Die Einwohner des sogenannten "Kleinen Westerendes" zwischen der Gastwirschaft von Emil Oldenburg und der Bahnkreuzung der Strecke Cuxhaven - Bremerhaven mußten schreckliche Minuten überstehen. Kurz nach 20 Uhr, so berichteten sie, verfinsterte sich nach der Schwüle des Nachmittags im Südwesten plötzlich der Himmel, und der Gewitterregen begann mit ohrenbetäubendem Lärm und Rauschen, in das sich das Krachen und Bersten der stürzenden Bäume mischte. In keinem Haus brannte mehr das elektrische Licht. Durch die an der Nordseite der Kreisstraße entwurzelten Bäume, besonders zwischen den Gehöften von Theodor Tamm, Walter Martens und Hinrich Kleentof, waren die Stromleitungen an vielen Stellen durchgeschlagen worden und Grundstückseinfriedungen teilweise erheblich beschädigt. In der Grodener Abschnede zog der Schwerpunkt der Windhose über das Gehöft des Landwirts Christian Kamps eine mehr als 100 Quadratmeter große Gerätescheune, die nördlich des Wohn- und Wirtschaftgebäudes stand, wurde von der Gewalt des Sturmes abgedeckt und das Mauer- und Balkenwerk wie ein Kartenhaus zusammengedrückt. "Es war ein Sausen und Brodeln, als wenn die Welt untergehen wollte." sagten mehrere Einwohner dazu. "Durch die grellen Blitze und den harten Donner wurden die Lage nur noch unheimlicher." Aber ebenso überraschend, wie der Gewittersturm hereingebrochen war, verschwand er auch wieder."