Sorna (Thüringen)

 23.07.2004 / Stärke (F1) Bestätigt
In Sorna wurde unter anderem ein Haus durch einen umstürzenden Baum erheblich beschädigt, zahlreiche weitere Bäume stürzten um. Dazu aus einem Bericht der Ostthüringer Zeitung vom 27. Juli 2004: "Bericht über ein Ereignis am 23. Juli 2004 in Sorna (Ortsteil der Gemeinde Chursdorf (Saale-Orla-Kreis): Sorna. Als Ralf Smiatacz am Freitagabend gegen 19 Uhr zum Einkaufen nach Auma fährt, zeigt er kurz nach seinem Heimatort Sorna noch zum Himmel und sagt zu seiner Lebensgefährtin: "Sieht aus wie so ein Tornado, den man manchmal im Fernsehen sieht." Als er etwa eine Stunde später zurückkommt, weiß er, dass es ein Tornado gewesen ist, und dass dieser sich als Ziel sein Haus ausgesucht hat. Schon auf dem Weg zurück sieht er Bäume auf der Straße liegen, Äste fallen auch auf sein Auto. Das Schlimmste sieht er aber erst direkt am Grundstück: Eine gewaltige, etwa 20 Meter hohe Kastanie, innen hohl, ist umgeknickt. Der größte Teil des Baumes fiel auf die Wiese an dem Flüsschen Auma. Ein Ast, aber immerhin mit etwa 30 Zentimeter Durchmesser, war auf das Dach gestürzt und hatte die Wand des Kinderzimmers nach innen gedrückt. Der wolkenbruchartige Regen hatte sofort Wassermassen im Haus verteilt. Die Hälfte des Hauses ist vorerst unbewohnbar, acht Personen müssen vorerst auf engsten Raum zusammenrücken. Feuerwehrleute nahmen den Begriff vom Schutzengel in den Mund, den die Familie haben müsse dass zum Beispiel nicht die gesamte Kastanie aufs Haus gestürzt ist, dass die Eiche nicht gefallen ist, dass die Linde nicht den Stall des Schweinezucht- und -mastbetriebes traf ... Rings um das Haus sieht noch immer den im wahrsten Sinne des Wortes Sturm der Verwüstung. Von der großen alten Eiche ist ein starker Ast abgebrochen, viele weitere Laubbäume auf dem Grundstück sind abgeknickt. Der älteste Baum weit und breit, eine Linde, hat beim Fallen die Telekomleitung mitgenommen. Baumteile bzw. starke Äste der schönen Kastanienallee liegen auf den Straßenseiten. Deutlich ist erkennbar, dass die zerstörte Fläche begrenzt ist auf einen Kreis von vielleicht 100 Metern Durchmesser. In Chursdorf gibt es weder Aufzeichnungen noch mündliche Überlieferungen darüber, dass es jemals solch ein verheerendes Unwetter gegeben hätte. Ralf Smiatacz findet in seinem Schrecken aber schon Worte des Dankes: In kürzester Zeit waren viele Feuerwehrleute aus Schleiz, Chursdorf, Krölpa und anderswo zur Stelle. Sie räumten Bäume und Äste zur Seite, und vor allen Dingen deckten sie mit großen Planen das Dach ab. Elektromeister Tiersch aus Tegau legte der Familie noch am Freitagabend eine notdürftige Stromleitung, weil die bisherige unter Wasser stand. Der Strom fehlte am Freitagabend plötzlich auch auf dem Nachbargrundstück. Eine große Esche hatte den Mast umgestürzt. Die TEAG verlegte hier ein Notkabel, und gestern war ein Langenwolschendorfer Forstbetrieb damit beschäftigt, im Auftrag der TEAG die vielen auf diesem Gelände abgeknickten Bäume und Äste zu räumen. Familie Smiatacz hatte bis Sonntag um Mitternacht zu tun, ihr Haus und Grundstück einigermaßen wieder begehbar zu machen. Die Aufräumungsarbeiten werden sich sicherlich Wochen hinziehen. Gestern wartete die Familie voller Hoffnung erst einmal auf den Mann oder die Frau von der Versicherung, um sich von der finanziellen Angst zu befreien."

Schwergewitter und Tornado in Sorna - Markus Weggässer, WZ-Forum
Tornado am 23.07.04 in Sorna, Saale-Orla-Kreis (WZ-Forum)