Nürnberg (Bayern),
Hersbruck (Bayern)

 23.07.1910 / Stärke (n. bek.) Bestätigt
Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 26.07.1910: "Nürnberg, 23. Juli. (Orkan.) Eine Vorstellung von den ungeheuren Kräften, welche der am Freitag nacht über Nürnberg hinweggegangene Orkan entfaltet hat, kann man sich machen, wenn man hört, daß der über 50 Meter breite Riesen-Portalkran der Firma Joh. Funk, Marmorwerke Nürnberg, im Gewichte von 2000 Ztr. unter Sprengung der Bremsen und teilweiser Zerstörung des Fahrwerkes, 60 Meter weit getrieben wurde. Derselbe überrannte sogar die Endpuffer, kippte und rammte sich in der Erde fest." - Weiter aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 26.07.1910: "Wirbelsturm in Nürnberg hat Stadt und Umgebung gewaltig verwüstet. Ein furchtbarer Wirbelsturm mit einem überaus heftigen Gewitter ging in der Nacht von Freitag auf Samstag über Nürnberg und die Umgebung nieder und richtete gewaltige Verheerungen an, deren Größe jetzt noch nicht zu übersehen ist. Der Blitz schlug an zahlreichen Orten ein; die Stallungen der Burg wurden auch davon getroffen, so daß jetzt Einsturzgefahr besteht und man Sicherheitsmaßregeln treffen mußte. Eine ganze Anzahl Häuser sind zerstört worden, ein Feuerwehrturm bei Schweinau wurde total abgedeckt, ebenso die Antoniuskirche. Auch an anderen Gebäuden wurde vielfache Beschädigungen angerichtet. Der Stadtpark, eine der schönsten Anlagen Nürnbergs, bildet einen einzigen großen Trümmerhaufen, die ältesten Bäume wurden umgeknickt, entwurzelt und durcheinander geworfen. Nicht einmal die stärksten Bäume vermochten dem Wirbelsturm Widerstand zu leisten. Auf dem Wirschaftsplatz auf dem Plaitenberg liegt alles wüst durcheinander, alle Telephon- und Telegraphenleitungen sind nahezu ganz zerstört. Fenster, Dachziegel usw. liegen überall auf Straßen und Plätzen herum und werden noch durch den Sturm durch die Straßen gejagt. Im städtischen Gaswerk wurde ein schwerer Aufzugskran und ein Gerüst zu einem Neubau umgeworfen. Der angerichtete Schaden ist ungeheuerlich. Auch am Dutzendteich und im Luitpoldhain sind die Verwüstungen groß. Und das geschah alles in knapp einer halben Stunde. Ebenso furchtbar wie in Nürnberg hat der Sturm in Hersbruck und in der Fränkischen Schweiz gehaust. Auch dort wurden die Hausdächer abgedeckt, die Telegraphenleitungen umgeworfen und besonders großer Schaden in den Hopfenpflanzungen angerichtet." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern)