Diestedde (Nordrhein-Westfalen),
Sünninghausen (Nordrhein-Westfalen),
Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen)

 09.07.1972 / Stärke (F2) Bestätigt
Zeitpunkt: gegen 17 Uhr MEZ. Der Tornado richtete bei Diestedde, östlich von Beckum, erhebliche Schäden an Gebäuden und Bäumen an. Nach kurzer Auflösung/Abschwächung zog er nach Oelde-Sünninghausen: "Dagegen wurde der Ortsteil Sünninghausen heftiger heimgesucht. An der Straße nach Wadersloh wurden zahlreiche Dächer abgedeckt. Am schlimmsten traf es die Anwesen ..., die schwer beschädigt wurden. Starke Schäden trugen auch die Gehöfte ... in der Bauernschaft Wibberich davon." (Quelle: "Die Glocke", 11.07.1972) In Wiedenbrück wurde unter anderem das St.-Vincent-Hospital schwer beschädigt. Nach einem Bericht der Zeitung "Die Glocke" wurden hier mindestens 15 Menschen verletzt. Ein Bauernhaus in Lintel stürzte ein und eine fünfköpfige Familie wurde obdachlos. Hier wurden mehr als 20 Dächer nahezu komplett abgedeckt. Insgesamt wurden 23 Verletzte und Schäden in Höhe von mehreren Millionen DM gemeldet. In der Nähe des Krankenhauses ereignete sich am Lümernweg folgendes: "In der Nähe wurde ein Junge von einer Windhose erfaßt und rund 20 Meter durch die Luft geschleudert." (Quelle: "Die Glocke", 11.07.1972) - "Das ungemein schwüle Wetter, das den ganzen Sonntag über andauerte, entlud sich gegen 17 Uhr in einem tobenden Gewitter, das eine Windhose in seinem Gefolge hatte. Seine größte Kraft tobte der Wirbelsturm am südlichen Stadtrand von Wiedenbrück aus. Vom Haxthäuser Weg wälzte sich das Unwetter über die Lippstädter Straße, den Burgweg, durchs Stadtholz über das St.-Vincent-Hospital und den Patersweg hinweg nach Lintel. Von dort zog es weiter über ein Teilstück von Varensell (Anm.: Ortsteil von Rietberg), riß noch von der Gastwirtschaft Cordto-Krax einige Dachziegel ab und löste sich auf Verler Gemeindegebiet auf. Zurück blieb eine breite Schneise der Verwüstung. Nach der groben Uebersicht, die Polizei und Feuerwehr gestern hatten, brachte der Wirbelsturm zwei Häuser am Lümernweg und am Patersweg zum Einsturz, zerstörte etliche Stallungen, deckte ungezählte Häuser und Scheunen ab und zertrümmerte obendrein alle erreichbaren Fensterscheiben." (Quelle: "Wiedenbrücker Zeitung", 11.07.1972). Die Schäden allein in Wiedenbrück, Linteln und Varensell beliefen sich auf mehr als 10 Millionen DM.

Bericht zum Tornado bei Diestedde