Scherzheim (Baden-Württemberg)

 09.06.1931 / Stärke (n. bek.) Bestätigt
Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 12.06.1931: "Windhose und Tornado über dem unteren Hanauerland. Kehl, 11. Juni. Nach Meldungen, die aus Helmlingen, Muckenschopf, Scherzheim und Lichtenau vorliegen, hat das zweite Unwetter, das am Dienstag abend über dem unteren Hanauerland zur Entladung gekommen ist, ungeheuren Schaden angerichtet. Hauptsächlich durch die Vernichtung eines großen Teils der Kirschen- und Obsternte. Das Unwettergebiet zeigt einen 300 bis 400 Meter breiten Landstrich, der sich südlich von Helmlingen und nördlich zwischen Muckenschopf, Scherzheim und Lichtenau hinzieht, auf dem alles dem tornadoähnlichen Sturm zum Opfer fiel. Eine plötzlich auftretende Windhose knickte 10 bis 15 Telegraphenstangen wie Streichhölzer. Auf der ganzen Strecke steht kein einziger Baum mehr. Die schöne Kirschbaumallee vor Helmlingen wurde gleichfalls zerstört. auf den Feldern wurde an der schön stehenden Frucht erheblicher Schaden angerichtet. Alle Telephon- und Lichtleitungen wurden zerstört. Arbeitskolonnen der Reichspost und des Elektrizitätswerks sind mit der Behebung der größten Schäden beschäftigt. In Helmlingen schlug der Blitz in die Waschküche des Grenzbeamtenhauses, ohne jedoch zu zünden. Auch im staatlichen Striethwald bei Muckenschopf hat der Sturm gewaltigen Schaden an den wertvollen Baumbeständen angerichtet. Bis jetzt ist es noch unmöglich, die Höhe des gewaltigen Flur- und Sachschadens zu übersehen." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)