Pirna (Sachsen),
Copitz (Sachsen),
Lohmen (Sachsen)

 29.07.1933 / Stärke (F3) Bestätigt
Im Bereich Pirna - Lohmen richtete dieser starke Tornado enorme Schäden an. Dabei kamen 6 Menschen ums Leben und zahlreiche weitere wurden schwer verletzt. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 31.07.1933: "Unwetter über Pirna fordert 4 Tote (Anm.: Zahl später gestiegen). Die Ernte vernichtet, Tausende von Bäumen entwurzelt. Pirna, 31. Juli. Erst heute zeigt sich der ganze Umfang eines furchtbaren Unwetters, das am Sonnabend-Abend über Pirna niedergegangen ist. Tausende von Bäumen sind umgebrochen oder entwurzelt worden. Die Felder der ganzen Umgebung von Pirna bieten einen trostlosen Anblick. Die Ernte ist vollständig vernichtet. Die Felder sind teilweise förmlich plattgewalzt. Das Unwetter kam so schnell, daß keinerlei Schutzmaßnahmen mehr getroffen werden konnten. Während des Unwetters herrschte fast völlige Dunkelheit, die nur von grellen Blitzen erhellt wurde. Dazu tobte der Sturm, krachten die Einschläge, prasselten die Ziegeln von den Dächern, polterten die großen Fabrikschornsteine zusammen, stürzten Scheunen ein. Die Zahl der Toten beträgt vier, 20 Verletzte, darunter sechs Schwerverletzte, liegen im Pirnaer Krankenhaus. Dutzende von Dächern wurden abgedeckt. Die Feuerwehr pumpt noch immer das Wasser aus den überschwemmten Wohnungen und Kellern. Arbeiter sind damit beschäftigt, die zerstörten Telefonleitungen wieder herzustellen. Die Straßen sind überall wieder passierbar. In der Glashütte Pirna und am Pirnaer Stahlwerk wurden vier hohe Schornsteine umgerissen. Das Freibad Copitz ist vollständig dem Erdboden gleichgemacht worden. Auf der Copitzer Festwiese, wo zurzeit das Schützenfest vorbereitet wird, wurden große Verwüstungen angerichtet. Mehrere Artisten wurden verletzt. Bei der Reichsbahn waren nach dem Unwetter alle Blockstationen und viele Signalanlagen außer Betrieb gesetzt. Jedoch konnte der Verkehr, wenn auch verlangsamt, aufrechterhalten werden. Die Aufräumungsarbeiten der Feuerwehr, Polizei, SA, Stahlhelm, Technischen Nothilfe und der Mitglieder des benachbarten Arbeitslagers wurden mit größter Energie und Opferbereitschaft in Angriff genommen." Weitere Hinweise: "1933 (29.07.) Orkanartiger Wirbelsturm mit schweren Hagelschlägen. Besonders schlimme Schäden in Pirna und im Uttewalder Grund." Quelle: Pirnaer Anzeiger Ein weiterer Hinweis findet sich in der Ortschronik vom 20.02.99: "Im Fundus des Stadtmuseums befinden sich Filmdokumente aus längst vergangenen Zeiten. Die Filme zeigen verschiedene Ereignisse in Pirna: den Wirbelsturm im Jahr 1933,..."