Hasselbach (Rheinland-Pfalz)

 28.06.1935 / Stärke (n. bek.) Bestätigt
Aus einer Meldung der Taunus Zeitung vom 30.05.2012: "Vor 75 Jahren: Wettersturz nach Hundstagshitze - Hasselbach Zentrum eines furchtbaren Unwetters. - Hasselbach. Am schwersten hat sich das Unwetter in der Nacht zum Freitag in Hasselbach ausgetobt. Gegen 2.30 Uhr fiel plötzlich ein starker Blitz und Donner, als ob die Welt untergehen wolle. Gleichzeitig wurde damit ein heftiges Rauschen vernommen. In der gleichen Sekunde prasselte im Gefolge einer Windhose ein Hagelschlag nieder, der so stark war, dass die Graupeln 10 Zentimeter hoch die Erde bedeckten. Unter der Gewalt des Sturmwindes und des Hagels wurden die Getreideäcker vollkommen platt gewalzt. Wie sehr die Windhose tobte, lässt sich aus folgender vorläufiger Zusammenstellung der Unwetterschäden ersehen: 200 Obstbäume wurden vom Sturm abgebrochen, in den Hasselbacher Waldungen liegen 5 bis 600 Festmeter Holz geknickt und abgeschlagen. Im Dorf wurden annähernd dreißig Dächer abgedeckt, von einer Scheune im Dorf flog das ganze Dach ein Stück weg. Von einer Feldscheune riß der Orkan das Dach ab und trug es 15 Meter weit fort. Eine zweite, massiv erbaute Scheune wurde durch den ungeheuren Druck des Wirbelsturms wie ein Kartenhaus zusammengeworfen, so dass man annehmen kann, die Scheune sei durch Granateinschlag zerstört worden. Kreisleiter Lommel weilte heut morgen bereits in Hasselbach und an den anderen Orten, die vom Unwetter betroffen wurden." - Aus einer Meldung der Frankfurter Neuen Presse vom 13.06.2012: "Nicht nur baulich hat Hasselbach Potenzial: In den 30er Jahren hat eine Windhose über dem Dorf gewütet und vieles dem Erdboden gleichgemacht, nicht jedoch die Kiefer am Weg nach Rod an der Weil oberhalb des Girrtals. Der damals noch recht junge Baum trotzte den gewaltigen Böen, verbog und verdrehte sich dabei und heißt seitdem "Schlangenkiefer", weil er danach in Schlangenlinien gewachsen ist und an drei Stellen im Waldboden gewurzelt hat. Inzwischen zum Naturdenkmal erhoben, erinnert der Baum mit seinem skurrilen Wuchs ein wenig an die Darstellung von Nessie, dem Ungeheuer von Loch Ness, das ja auch wie eine Ziehharmonika gefaltet durchs Wasser pflügt und Touristen "fängt". Der Vorschlag, den Baum auf die Liste zu nehmen, kam von Werner Jeck, er hatte den Sturm damals als Bub miterlebt und kann sich an die zerstörerische Gewalt noch gut erinnern."

So einen Baum hat nur Hasselbach (Frankfurter Neue Presse, 13.06.12)