Trinwillershagen (Mecklenburg-Vorpommern),
Wiepkenhagen (Mecklenburg-Vorpommern),
Lüdershagen bei Ribnitz-Damgarten (Mecklenburg-Vorpommern)

 15.07.1936 / Stärke (F4) Bestätigt
Am Abend des 15. Juli 1936 zog ein Tornado von Südwesten her über Teile von Ahrenshagen, Trinwillershagen, Wiepkenhagen und Lüdershagen, er zerstörte mehrere Gebäude in der Gemeinde Wiepkenhagen bei Ahrenshagen in Vorpommern. Insgesamt war die Schneise etwa 11 Kilometer lang und 50 bis 70 Meter breit. In der Chronik der Kirche Ahrenshagen ist zu lesen: "Am 15. Juli ging ein verheerendes Unwetter über unsere ganze Gegend dahin. Am meisten gelitten hat die Gemeinde Wiepkenhagen in Kirchspiels Ahrenshagen. Mit ungemein starkem Regen ging ein orkanartiger Sturm über große Teile der Siedlung dahin; eine Windhose richtete große Zerstörungen an, wie nebenstehende Abbildungen es zeigen. Standen sich die Siedler schon sowie so in Wiepkenhagen nicht gut, so ist darum dies Naturereignis besonders schmerzlich und verhängnisvoll für einen Teil der Siedler. Zeitungsbericht: Durch die Windhose wurden im Laufe von kaum 5 Sekunden drei Wohnhäuser, drei Ställe und zwei weitere Gebäude mit Stall und Scheune vollkommen abgedeckt und zum Teil dem Erdboden gleich gemacht ... Unweit der Hauptstraße Stralsund-Rostock ist eine Siedlerscheune vollkommen zusammen gestürzt, ... 14 kinderreiche Familien wurden von dem Unwetter betroffen ... Nach bisheriger Schätzung beträgt der entstandene Gebäudeschaden etwa 40.000 Reichsmark." Eine Augenzeugin beschreibt, wie der Tornado etwa 1 Kilometer nördlich von nördlich von Trinwillershagen Futterrüben aus dem Boden reißt. Ein toter Hund wurde 4 Kilometer weiter transportiert, Pflastersteine wurden aus einer Straße herausgerissen. Vor allem auf diese enormen Verfrachtungen mit dem Herausreißen der Rüben und Steine beruht die Einstufung in F4, wobei F5 nicht ganz ausgeschlossen werden kann.

Wiepkenhagen-Tornado(MV) - Recherchen von Thilo Kühne