Leoni (Bayern)

 27.07.1936 / Stärke (F2) Bestätigt
"Schweres Unwetter in einem Korridor zwischen dem nördlichen Starnberger See und dem Raum Glonn-Ebersberg. Besonders betroffen waren die Orte Leoni, Berg (Starnberger See), Baierbrunn, Aying, Höhenkirchen-Siegertsbrunn. In Leoni fielen Hagelschloßen mit einem Gewicht bis 75 Gramm. "Felder in der Umgebung wurden restlos zerschlagen, Bäume stehen zum Teil völlig kahl da, Straßen und Plätze sind übersät mit Schutt, Sand, Scherben, Ziegelsteinen, Zweigen und Ästen. Einige Schwimmer im Starnberger See wurden von den Hagelschloßen blutig geschlagen und halb bewußtlos an Land gebracht. Auf dem Dampfer "Starnberg", der sich gerade auf der Fahrt nach Starnberg befand, wurden auf der Backbordseite alle Fenster eingeschlagen. Augenzeugen sahen vom Ort Berg aus nach 18h den typisch fahlen, gelblichen Rand der Hagelwolke. Im Seehotel Berg mussten die Gäste ins Innere des Hauses (sprich in Räume ohne Fenster) flüchten, da die Hagelkörner auf der Westseite des Hauses fast alle Fensterscheiben durchschlugen.(...)
In Baierbrunn wurden Dächer beschädigt, Fenster eingeschlagen, Bäume umgerissen, entlaubt oder in der Rinde zerfetzt.(...) Bei Aying wurde ein Personenzug vom Hagelsturm überrascht. Zahlreiche Fenster wurden zertrümmert, zudem stürzten einige Wagen aus den Gleisen. Zum Glück war der Zug nur schwach besetzt.(...) Über größere Verletzungen ist noch nichts bekannt. Weiter wurde in Aying ein neuerbauter Stadel umgerissen, ein Hausdach vom Sturm fortgetragen sowie starke Bäume umgelegt. Auf den Feldern und Gärten wurde überall schwerer Schaden angerichtet." Soweit die Berichte einen Tag später. In der Ausgabe vom 29.07 wurde dem Unwetter sogar eine ganze Seite gewidmet. Leider hatte ich nicht mehr genügend Zeit, um den gesamten Artikel durchzugehen. Ich versuche an eine Kopie zu kommen, da es zum rausschreiben doch etwas viel ist. Es sind auch einige Fotos vorhanden, u.a. von einem völlig zerstörten Waldstück, dem zerstörten Stadel und einem Zirkus zu sehen, von dem nur noch ein paar Trümmer übrig sind. Es wird einige Male von einem Wirbelsturm gesprochen, allerdings gibt es keine Augenzeugenberichte und der Schadenspfad scheint dafür auch zu breit zu sein (es wurden bis 8km Breite angegeben, jedoch ohne Details, ob damit nur der Hagel oder auch der Sturmschaden gemeint ist). Es scheint sich hier also um ein Ereignis zu handeln, welches sowohl dem 24.07.1988 als auch dem 3.08.2001 ähnlich ist. Vorläufig gehe ich von DH T5/F2 aus." Quelle: Lars Lowinski, Feedback bei TorDACH. - Dazu aus einer Bildunterschrift der Freiburger Zeitung vom 30.07.1936: "Der furchtbare Zyklon, der in der Umgebung des Starnberger Sees tobte und riesigen Schaden anrichtete, deckte auch zahlreiche Bauernhäuser ab." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)