Erfurt (Thüringen)

 24.07.1937 / Stärke (F1) Bestätigt
Aus der Tübinger Chronik vom 28.07.1937: "Obstkarren durch die Luft - Windhosen in Sachsen, Thüringen, Bayern - Ein orkanartiger Hagelsturm richtete in der Innenstadt von Erfurt Verheerungen an. Bäume bis zu einem Meter Durchmesser wurden in den Parkanlagen umgebrochen oder entwurzelt. Die umgestürzten Stämme unterbrachen mehrfach den Straßenverkehr. In einigen Straßenzügen sind fast sämtliche Hausdächer abgedeckt. Eine Windhose erfaßte einen Schornstein und knickte ihn um. Eine vom Blitz getroffene riesige Pappel durchschlug das Dach eines Wohnhauses. Ein Obstkarren auf der Straße wurde von der Windhose in die Luft gewirbelt und flog in hohem Bogen über die Straße. Das Unwetter dauerte nur wenige Minuten." (Quelle: Dr. R. Keie, Preußisches Meteorologisches Institut, Berlin, Februar 1934. Korrespondenz an Prof. Letzmann. Nachlass von J. Letzmann, Archiv der Deutschbaltischen Kulturstiftung, Lüneburg). Auch in einem Bericht der Berliner Morgenpost vom 25.07.1937 wird als Datum für diesen Fall der 24.07. angegeben: "Windhose über Erfurt - Schwere Verwüstungen durch Stürme und riesige Hagelstücke, Telegramm unseres Korrespondenten - Erfurt, 24. Juli. Am Sonnabend nachmittag ging über Erfurt ein schweres Unwetter nieder. Gegen 1/2 3 Uhr etwa trat nach einigen Blitz- und Donnerschlägen eine Windhose auf, die außer ungeheuren Regenmassen haselnußgroße Hagelstücke auf die Stadt niederschleuderte. In den Parkanlagen wurden Bäume bis zu einem Meter Durchmesser mitsamt den Wurzeln aus der Erde gerissen. In zahlreichen Straßen war der Verkehr durch umgestürzte Bäume und abgesplitterte, armdicke Aeste unterbrochen. Dächer wurden zum Teil abgedeckt, Hausessen stürzten krachend auf die Straßen und Fensterscheiben zersplitterten. Eine uralte Pappel im ältesten Teil der Blumenstadt, dem sogenannten "Dämmchen", wurde vom Blitz getroffen und legte sich in ihrer ganzen Länge in einem etwa zwölf Meter breiten Wasserarm der Gera auf das gegenüberliegende Ufer, im Sturz ein Haus beschädigend. Das Unwetter war nach zehn Minuten vorüber. Die Feuerwehren waren bis in die späten Abendstunden beschäftigt."