Bitterfeld (Sachsen-Anhalt)

 04.07.1928 / Stärke (n. bek.) Bestätigt
Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 05.07.1928: "Große Schäden im Bitterfelder Bezirk. Aus Bitterfeld wird gemeldet: Am Mittwoch gegen 12 Uhr wurde Bitterfeld von einer starken Windhose in Verbindung mit einem Wolkenbruch heimgesucht, durch die erheblicher Schaden angerichtet wurde. Besonders gelitten haben Teile des Ratswalles, wo starke Bäume an der Birngärtenwiese entwurzelt, Kronen abgebrochen und Dächer beschädigt wurden. In der Röhrenstraße riß vor der katholischen Volksschule eine Starkstromleitung. Auch dort wurden starke Baumkronen wie Glas abgesplittert und Bäume entwurzelt. Erheblich litt auch der Garten der Schule. Vom Gebäude selbst wurde ein Turmaufsatz emporgehoben und weggewirbelt. Glücklicherweise kamen dadurch ebensowenig wie durch abgerissene Dachziegel, Dachfenster usw. Menschen zu Schaden. In der Lindenstraße wurden ebenfalls Bäume vollständig entwurzelt. Von einem Hause in der Steinstraße wurde das Dach abgedeckt. Bei der Sägemühle in der Röhrenstraße wurde ein großer Holzstapel von der Windhose umgerissen. Erheblich war auch der Schaden, der in dem Teil Windmühlenstraße - Ecke Bismarckstraße angerichtet worden ist. Die Verwüstungen in den Birnengärten sind ebenfalls mannigfaltig. Bei der Störungsstelle des Telephonamtes lagen von etwa 30 Teilnehmern Störungsmeldungen vor. Die Leitungen mußten vorübergehend ausgeschaltet werden. Die meisten dieser Anschlüsse befinden sich im Stadtgebiet Bitterfeld. In der Umgebung wurde verschiedentlich schwerer Schaden angerichtet. So liegen aus Pouch Nachrichten vor, nach denen dort Häuser zum Teil vollständig abgedeckt wurden. Große Bäume wurden wie Streichhölzer geknickt. Massenhaft wurden Baumkronen abgebrochen. Die Lichtleitung ist zerstört, während die Telegraphenleitungen nicht beschädigt worden sind."