Nürtingen (Baden-Württemberg),
Köngen (Baden-Württemberg),
Plochingen (Baden-Württemberg)

 01.06.1913 / Stärke (F1) Bestätigt
Um 17:30 Uhr richtete dieser Wirbelsturm Schäden in Plochingen an: "1913 Große Verwüstungen durch einen Wirbelsturm. Ein Wirbelsturm mit einer Stärke, wie er für unsere Gegend bisher ohne Beispiel war, fegte am Sonntag, dem 1. Juni 1913 über Plochingen hinweg. Augenzeugen schildern das Unglück mit folgenden Beschreibungen: "Um 17.30 Uhr zogen mit Eilzugsgeschwindigkeit zwei khakifarbene Wolkenballen auf fahlem Hintergrund, der sie begleitete, einander entgegen; die eine kam das Neckartal herauf, die andere scheinbar vom Neckartal (Köngen) herab. In dem dreigeteilten Talkessel von Plochingen, wo den Tag über eine unverrückbare Hitzewelle gelagert hatte, stießen die gewitterschweren Wolken aufeinander. Sie entluden sich unter Blitz und Donnerschlägen in gewaltigen Wassergüssen und gleichzeitig entfesselte sich ein Wirbelsturm von einer Wucht, wie sie sich der phantasievollste Naturschilderer nicht vorgestellt hätte. Von unserem Beobachtungsposten aus im Waldhornsaale sahen wir Ziegelplatten wie federleichte Papierschnipsel in der Luft umherfliegen; dazwischenhinein kam gelegentlich ein umfangreicherer Gegenstand dahergeschwirrt. Dazu erfüllte die Luft ein unbeschreibliches Getöse, wie es der mit klatschendem Regen vermischte Sturm, der durch Gassen, Hofräume und Baumgeäste heulend dahinbraust, hervorbringt. Fast so schauerlich als der Sturm selbst hörte sich das Sturmläuten und das Signalblasen der Feuerwehr an. Plötzlich ließ die Gewalt des Zyklons jählings nach und freundlich, wie wenn nichts Böses geschehen, schaute die Sonne das Trümmerfeld an" (Schwäb. Merkur)." (Quelle: Große Verwüstungen durch einen Wirbelsturm).

Windhose in Plochingen ( Wetterchronik)