Wedelheine (Niedersachsen)

 30.07.1993 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: Gegen 21:50 Uhr MESZ. Schwere Unwetter im Raum Braunschweig / Wolfsburg / Gifhorn: "Der Rundschau schilderte Ralf Röder seine Eindrücke: "Etwa zehn Minuten vor Zehn gab es plötzlich einen Knall, das Licht ging aus und wir spürten, wie sich der Bretterboden unter unseren Füßen erhob und wir regelrecht fortgetragen wurden. Es knackte und krachte im [Fest-]Zelt. In der Aufregung hörten wir noch die Rufe des Zeltverleihers, das Zelt sofort zu verlassen, da es einzustürzen drohe. Draußen wurden wir dann von einem kräftigen Hagelregen empfangen, der unsere Kleider im Nu durchnäßte." Inzwischen sei auch das Zelt wie ein Kartenhaus zusammengebrochen, berichtete Röder weiter. "Unsere Sorge galt jetzt möglichen Verletzten. Es stellte sich heraus, daß drei Personen Platzwunden und Prellungen davongetragen beziehungsweise einen Schock erlitten hatten. Ein Schütze mußte ins Krankenhaus gebracht werden." Als Ursache des Unglücks wird eine Windhose vermutet, die mit hoher Geschwindigkeit über Wedelheine inmitten der Gewitterfront hinwegfegte und Spuren durch abgeknickte Baumkronen hinterließ." (Quelle: Braunschweiger Zeitung, 2. August 1993 und Feuerwehr Wedesbüttel-Wedelheine) - ""Alles geschah innerhalb von Minuten. Es blieb keine Zeit mehr", schilderte Festwirt Reinhard Sonntag die Geschehnisse vom Freitag Abend. Kurz nach 22 Uhr kündigte sich durch Wetterleuchten ein Gewitter an. Heftiger Regen- und Hagelschauer folgten, so daß fast alle Besucher des Festzeltes in das Zelt flüchteten. Eine Sturmböe, die laut Aussage von Diplom-Meteorologen Bernd-Lothar Richter vom Wetteramt Hannover mit mehr als 80 Stundenkilometern über Wedelheine hinwegfegte, erfaßte das Zelt. Zu diesen Zeitpunkt befanden sich mehr als 100 Menschen darin. Die Aluminiumträger-Konstuktion brach zusammen. Durch die herabstürzenden Pfosten wurden drei Personen leicht verletzt. Sie erlitten laut Angaben der Gifhorner Polizei Rippenbrüche, Schnittwunden und Prellungen. Die Verletzten wurden in das Gifhorner Kreiskrankenhaus gebracht. Ein Aluminiumträger zertrümmerte die nagelneue Musikanlage der Band "Trio Sound". [...] Im gesamten Dorf fiel bis kurz nach Mitternacht der Strom aus. Zahlreiche Bäume wurden umgeknickt und einige Dächer abgedeckt." (Quelle: Aller-Zeitung, 2. August 1993 und Feuerwehr Wedesbüttel-Wedelheine) - Der Ablauf spricht eher für einen Downburst als Ursache.

Pressespiegel 1993 (Feuerwehr Wedesbüttel-Wedelheine)