Glashütten (Hessen),
Arnoldshain (Hessen),
Anspach (Hessen)

 01.06.1913 / Stärke (n. bek.) Bestätigt
"...Wirbelstürme des 1. Juni, von denen einer auch im Taunus hauste, ..." (Quelle: Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg). Weiter aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 04.06.1913: "Ein schweres Unwetter im Taunus. Im westlichen Taunus ging am Sonntag ein ungemein schweres Unwetter nieder, das ganz erheblichen Schaden anrichtete. Die in Touristenkreisen berühmte Lanzenmühle wurde vom Blitze getroffen und verbrannte. In Heftrich wurde gerade ein Sängerfest abgehalten. Der Sturm riß die Halle in sich zusammen. Der Blitz schlug mehrfach ein. Zwei Scheunen wurden eingeäschert. Auch Anspach hat unter dem Wirbelsturm schwer gelitten. Fast alle Häuser wurden beschädigt. Für die Gewalt des Sturmes ist bezeichnend, daß z.B. ein Gartentisch fünfzig Meter weit auf einen Acker geschleudert wurde und ein Schäfer, der sich auf dem Boden niedergelassen hatte, 25 Meter weit geschleudert wurde. Der Gesamtschaden wird die Höhe von 100 000 M erreichen. Ebenso schwer wurde das im Vorder-Taunus gelegene Arnoldshain getroffen. Sämtliche Dächer wurden abgedeckt, die Schornsteine zu Boden gerissen und mehrere Personen schwer verletzt. Sämtliche Obstbäume wurden ausgerissen und die Turnhallen vollständig abgedeckt. Von den Turngeräten ist keine Spur mehr vorhanden. Sechs Hektar Wald sind vollständig vernichtet. Die Baumstämme liegen in den Straßen des Ortes umher." - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 04.06.1913: "Frankfurt a.M., 4. Juni. Das schwere Unwetter, das am Sonntag im Taunus tobte, hat auch Menschenleben gefordert. Heute morgen wurden zwischen ... (unleserlich) und Glashütte die Leichen von zwei jungen Männern gefunden, die von umgerissenen Bäumen erschlagen worden sind. Man befürchtet, daß bei den Aufräumungsarbeiten noch mehr Opfer gefunden werden." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)