Annenwalde (Brandenburg)

 06.08.2012 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: morgens. Aus einer Meldung des Nordkurier vom 06.08.2012: "Nur kurz dauert der Mini-Tornado, der von Annenwalde nach Gandenitz zieht. Danach brauchen die Helfer Stunden, um aufzuräumen. - ?Kurz, aber heftig.? Auf diese prägnante Weise beschrieb am Montag der Annenwalder Paul Hofmann das Unwetter, das über Annenwalde hinweg weiter nach Alt Placht und Gandenitz zog. Tatsächlich tobte der Sturm nur ein paar Minuten in den Templiner Ortsteilen. Augenzeugen schilderten, dass eine Windhose über den Ort hinwegfegte. Danach hatten Kameraden mehrerer Feuerwehren und zahlreiche Helfer aus den Orten mit den Aufräumarbeiten zu tun. Gleich reihenweise, wie zum Beispiel bei Gandenitz, hatte der Sturm Bäume geknickt, Bäume drohten umzustürzen, starke Äste herabzufallen. Ein ähnliches Bild bot sich den Einsatzkräften der Feuerwehr zwischen Gandenitz und Metzelthin. Alt Placht war zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. In Annenwalde hatte der orkanartige Sturm eine Schneise der Verwüstung gezogen. In der achten Stunde des Tages hatte sich das Unwetter über dem Ort zusammengebraut. ?Plötzlich war alles finster geworden. Draußen war nichts mehr zu sehen und alles, was man sich vorstellen konnte, platterte an unsere Fenster ? Regen, Hagel, Blätter, Äste?, beschrieb Petra Hofmann die bangen Minuten. Mit einer unvorstellbaren Wucht trieb der Sturm armstarke Äste über das Dach des Wohnhauses. Einige schlugen auf dem Dach ein und demolierten dabei Dachziegel sowie den Schornstein des Hauses. Wassermassen ergossen sich über den Ort. Hagelkörner lagen flächendeckend auf Straßen, Wegen und Plätzen. Überall im Ort hatte der Sturm Bäume umgeknickt beziehungsweise Äste abgerissen. ?Wir sind aber alle unversehrt geblieben?, stellte Petra Hofmann fest, die froh darüber war, in dieser Zeit nicht auf dem Weg zur Kita gewesen zu sein. Ihre Ängste waren nicht unbegründet. Ein paar hundert Meter weiter war einer der Äste an der Glashütte auf den Wagen eines Feriengastes gekracht, zerschlug die Windschutzscheibe und zerbeulte die Karosserie. Lkw und Pkw blieb von Densow aus die Zufahrt nach Annenwalde versperrt, weil der Sturm uralte Linden auf halber Höhe abgeknickt hatte. Zu dieser Zeit liefen bei den Feuerwehrleuten in Densow und Annenwalde die Pieper an. Personelle und technische Unterstützung erhielten die Annenwalder Feuerwehrleute von den Kameraden aus Templin. [...] Noch während sie dabei waren, die Baumsperren auf den Straßen zu beseitigen, ereilte die Helfer die nächste Alarmierung. Auch zwischen Lindenhof und Gandenitz hatte der Sturm mächtig viel ?Kleinholz? produziert. Mehrere Bäume lagen dort quer über der Straße. Feuerwehrleute des Ortes, der Feuerwehr Templin sowie Waldarbeiter und Helfer legten Hand an, um sie zu beseitigen. Zeitweise war keine der Zufahrten nach Alt Placht passierbar. Zwischen Gandenitz und Metzelthin beseitigten Feuerwehrleute aus Klosterwalde und Herzfelde rund 20 Baumsperren, informierte Gerd Stahlberg, stellvertretender Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Templin. Bis in die Abendstunden waren Feuerwehrleute damit beschäftigt, Straßen und Wege befahrbar zu machen, so Gerd Stahlberg. Für heute stehen weitere Arbeiten an."

Verdachtsfall Annenwalde (Skywarn)
Sturm zieht Schneise der Verwüstung (Nordkurier, 06.08.12)