Kenzingen (Baden-Württemberg)

 13.05.2015 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 20 Uhr MESZ. Aus einer Meldung der Badischen Zeitung vom 14.05.2015: ""Rotierende Zelle" ringt alte Buchen nieder - Ein kleiner Tornado verursacht im Kenzinger Forlenwald auf zwei Hektar Fläche einen Schaden von rund 25 000 Euro. Mehrere Forst- und Wanderwege sind gesperrt. KENZINGEN. Einen starken Sturmschaden nach dem schweren Gewitter am Mittwochabend meldet die Stadt Kenzingen: Alte Buchenbestände im Forlenwald zwischen Hecklingen und Bombach wurden auf einer Fläche von rund zwei Hektar vermutlich von einer tornadoartigen Windhose umgeworfen. Der Schaden liegt bei mindestens 25000 Euro. Forstfachleute warnen davor, das Waldstück zu betreten. Das schwere Gewitter, das im Kreis Emmendingen sonst kaum Schäden anrichtete, entlud sich am Mittwoch gegen 21 Uhr über Kenzingen. Dabei gab es orkanartige Böen. Wetterexperte Jörg Kachelmann meldete kurz zuvor im Internet-Kurznachrichtendienst Twitter für Kenzingen und Nordweil eine "rotierende Zelle" und schloss einen "Tornado" nicht aus. Der Spur der Verwüstung, die sich Johannes Kaesler, Revierförster der Stadt Kenzingen, am Donnerstag bot, zeigt, dass Kachelmann mit seiner Prognose nicht falsch lag. Getroffen hat es eine rund zwei Fußballfelder große Fläche im alten, ökologisch wertvollen Forlenwald zwischen Hecklingen und Bombach. Die Holzmenge, die am Boden liegt, wird von Johannes Kaesler auf rund 800 Kubikmeter geschätzt. Bei den umgestürzten Bäumen handelt es sich in der Mehrzahl um 150-jährige Buchen. "Diese Bestände sind standortgerecht. Sie haben sogar den Orkan Lothar überlebt und galten als sturmsicher", sagt Kaesler der BZ. Die Bäume wurden von Nord nach Süd geworfen, was für Sturmschäden in dieser Gegend eher ungewöhnlich sei. Die Hauptwind- und Sturmrichtung ist Südwesten. Darauf stellen sich die Wälder ein. "Die Bäume liegen alle in Richtung Freiburg", erläutert Kaesler. Die mächtigen Buchen hatten ihr Blattwerk mittlerweile voll entfaltet, was wie ein mächtiges Segel gewirkt habe. Fatal, wenn die Orkanböe oder gar ein Tornado aus der falschen Richtung auftrifft. [...] Die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Hecklingen und Bombach ist nach dem schweren Windwurf komplett gesperrt. Andere Forstwege in der Nähe sowie Wanderwege und Sportpfade seien ebenfalls durch umgestürzte Bäume blockiert, teilt Kaesler mit. Wanderer, Jogger und Mountainbiker werden deshalb dringend gebeten, die sturmgeschädigten Waldbestände nicht zu betreten und Absperrungen zu beachten. "Die Gefahr ist sehr groß", sagt Kaesler. Viele Bäume seien angeschoben und würden an anderen Bäumen festhängen, könnten aber jederzeit auch umstürzen. Die Aufräumarbeiten könnten mehrere Wochen andauern und seien "äußert gefährlich", weil durch das Laub alles "sehr unübersichtlich" sei." - Radarbilder zeigten zu dieser Zeit und an diesem Ort eine stark rotierende Superzelle mit einem so genannten Hook-Echo und einer mutmaßlichen Trümmerwolke.

Bilder + Karte zu den Schäden bei Kenzingen/Hecklingen (WZ-Forum)
Weitere Fotos der Schäden (WZ-Forum)
Chasingbericht vom 13.05.2015 (Sturmjäger NRW)
"Rotierende Zelle" ringt alte Buchen nieder (Badische Zeitung, 14.05.15)
Waren die Tornados am Mittwochabend (13.05.) vorhersehbar? (Facebook)