Lenzkirch (Baden-Württemberg),
Glashütte (Baden-Württemberg)

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 13.05.2015 / Stärke (n. bek.) Bestätigt
Zeitpunkt: gegen 21:30 Uhr MESZ. Beobachtung einer ausgeprägten Funnelcloud, Standort: Wittlekofen südlich von Bonndorf im Schwarzwald, Blickrichtung Nordwesten. Im Schwendetal südwestlich vom Ortskern von Lenzkirch gibt es erhebliche Schäden (Totalschaden) im Wald. Die Fallrichtung der Bäume ist überwiegend recht einheitlich, allerdings vor allem am linken Rand auch konvergent. Der mutmaßliche Tornado wurde von den Hausbewohnern in dem Tal beobachtet. Der Tornado löste sich hinter Glashütte zumindest vorübergehend auf. Es besteht ein direkter Zusammenhang zu den Fällen Münstertal und Bonndorf bis Tengen. Die Schneise weist auf der rund 70 Kilometer langen Strecke nur recht kurze Unterbrechungen auf und die Schäden wurden alle durch dieselbe Superzelle hervorgerufen. - Zu Schäden im Wald nahe des Feldberges, etwa 10 Kilometer westlich von Lenzkirch aus einer Meldung der Badischen Zeitung vom 13.06.2015: "Tornado ist eine Chance für den Bannwald bei Oberried - Mitte Mai hat ein Tornado binnen Sekunden hunderte Bäume umgeknickt oder entwurzelt. [...] Wie Streichhölzer sind Hunderte Baumriesen während des heftigen Hagelsturms an Christi Himmelfahrt im Bannwald Napf bei Oberried umgeknickt, als ein Tornado durch den Talkessel pflügte. Erst Tage später bemerkten die Förster, dass in dem abgelegenen Gebiet auf 1300 Metern Höhe die Stämme wie Mikado-Stäbe übereinander lagen ? und freuten sich. Denn was in einem Wirtschaftswald ein großer finanzieller Verlust wäre, ist in einem Bannwald eine Chance für die niedrigere Vegetation. Es ist schwer, an die Stelle zu kommen, in die der Tornado die Schneise der Verwüstung gefräst hat. Hans-Ulrich Hayn und Georg Mayer laufen vorsichtig den Alpinen Steig entlang, einen schmalen Pfad, der bis vor Kurzem noch den Stübenwasen, den sechsthöchsten Berg des Schwarzwalds, mit dem Hüttenwasensattel unterhalb des Feldbergs verband. Mittlerweile ist der Wanderweg, der bereits seit vielen Jahren nicht mehr offiziell beschildert ist und nur noch als Geheimtipp unter Wanderern galt, nicht mehr passierbar. Auf einer Fläche von mehr als zehn Hektar hat der Tornado Mitte Mai die Bäume komplett umgenietet. Kaum ein Baum konnte der Kraft des Wirbelsturms standhalten, und nun liegen die jahrzehntealten und tonnenschweren Giganten zersplittert im Talkessel und versperren auch den Durchgang über den Alpinen Steig. [...] Hayn klettert auf einen Baumstumpf und schaut in den Hang hinein. Dass dieser bis vor wenigen Wochen noch dicht bewaldet war, kann man sich kaum vorstellen. Der Forstwirt ist fasziniert von dem Naturschauspiel. "Diese Urgewalt, mit der der Tornado hier zugange war, ist unbeschreiblich.""

Tornado bei Glashütte
Foto der Funnelcloud (Facebook)
Weiteres Foto der Funnelcloud (Facebook)
Tornado ist eine Chance für den Bannwald bei Oberried (Badische Zeitung, 13.06.15)