Kersdorf (Brandenburg)

 16.08.2015 / Stärke (F1) Bestätigt
Zeitpunkt: gegen 18:05 Uhr MESZ. Aus einer Meldung der Märkischen Onlinezeitung vom 17.08.2015: "Windhose im Briesener Forst - Briesen (MOZ) Die Gewitterfront, die am Sonntagabend die Region überquerte, ist im Briesener Wald von einer Windhose begleitet worden. Etliche Bäume knickten in kurzer Zeit um; Menschen wurden nicht verletzt. Die Stützpunktfeuerwehr Briesen rückte aus, um im Revier Bunter Schütz auf dem Weg von Kersdorf zum Forsthaus an der Flut wieder eine gefahrlose Durchfahrt herzustellen. "Viele Kiefern waren auf halber Höhe abgeknickt", berichtet Ortswehrführer Christoph Marschallek. "Die Windhose hat an mehreren Stellen immer wieder in den Weg und in eine Lichtung hineingepackt." Die Folge: Bäume lagen kreuz und quer herum. Allein sechs Kiefern mussten beiseite geräumt werden, hinzu kamen zwei umsturzgefährdete Birken, "die haben wir auch noch gefällt". Sicherheitshalber seien die 15 Mann, die um 19.50 Uhr ausgerückt waren, mit ihren drei Fahrzeugen bis zum Forsthaus an der Flut vorgefahren, um den öffentlichen Weg zu räumen. Für die Forstverwaltung sei weiter im Wald noch genug Arbeit übrig geblieben." - Nach erster Erkundung war die Schneise mit den stärksten Schäden etwa 2 km lang und 20-50 Meter breit. Dazu ein erster Bericht von Thilo Kühne kurz nach dem Ereignis: "Die Schäden liegen in Kiefern- und Birkenbeständen, z.T. auch Mischwald in den Übergängen zwischen homogenem Laub- zum Nadelwald. Die Schneise ist oftmals zwischendrin abgeschwächt mit nur geringen Schäden. Es finden sich tendenziell Konvergenzen. Die Fallrichtungen verlaufen zumeist in Richtung Schneisenverlauf oder leicht linksläufig zur Schneisenführung. Die Kiefernbrüche dürften T2 nicht übersteigen. Selbst in den größer beschädigten Arealen gibt es einzelne Bäume, die kaum beschädigt wurden." - Vor Ort erfolgte eine Untersuchung der Schäden durch die Tornado-Arbeitsgruppe Deutschland. Der Schadensort liegt ca. 2 bis 2,5 Kilometer südlich von Kersdorf. Die Waldschäden zeigen ein eindeutiges tornadisches Muster mit konvergentem Fallmuster der Bäume. Die Länge der Schneise beträgt 1,6 Kilometer, die Breite maximal 50 Meter. Sie verläuft von Südost nach Nordwest bei einer eher seltenen Ostwetterlage. Bei einer Besprechung der Tornado-Arbeitsgruppe am 09. Mai 2016 wurde der Fall nach abschließender Diskussion bestätigt.

Windhose im Briesener Forst (Märkische Onlinezeitung, 17.08.15)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)