Groß Bademeusel (Brandenburg)

 15.08.2015 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: abends. Aus einer Meldung der Lausitzer Rundschau vom 17.08.2015: "Sturm schlägt bei Groß Bademeusel zu - Offenbar knickte eine Windhose Bäume kurz vor der Ortschaft wie Streichhölzer um. Groß Bademeusel - Eine Windhose hat am Samstagabend ein schätzungsweise drei Hektar großes Waldstück in der Gemarkung Groß Bademeusel verwüstet. Auch in Spremberg und Forst gab es Feuerwehr-Einsätze. Klaus Loebner, dessen Grundstück nur knapp 200 Meter vom Ort der Zerstörung entfernt liegt, sagte am Sonntag: "Auf einmal wurde es finster wie in der Nacht. Kräftige Graupelschauer gingen, von heftigem Blitz und Donner begleitet, über dem Dorf nieder." Dankbar ist er dafür, dass bis auf einzelne abgeknickte Äste von Obstbäumen das Unglück an den Häusern vorbeiging. "Gestern Abend ging die Sirene ununterbrochen. Von der Windhose haben wir hier nichts mitbekommen", berichtete Michael Hammer vom anderen Dorfende. Nur wenige Meter hinter dem Ortsausgangsschild an der Ortsverbindungsstraße nach Raden begannen schon die Zerstörungen. "Bergen" nennen die Einheimischen die kleine Anhöhe. Alte Akazien und Kiefern wurden in Mannshöhe wie Streichhölzer geknickt, Äste von starken Eichen abgedreht. Auch die uralten Obstbäume am Straßenrand wurden nicht verschont. Wolfgang Schneider, der am schlimmsten betroffene Waldbesitzer, war erschüttert: "So etwas habe ich noch nicht gesehen!", sagte er geschockt. Bis zum Montagmorgen müsse er die Straße wieder freiräumen. Gute Freunde erkennt man in der Not. Diese Erfahrung konnte der Groß Bademeuseler sammeln, der während des Sturms ahnungslos in Weißwasser bei einer Geburtstagsfeier saß. Unter den acht Helfern aus dem Ort, die sich ohne Bitten einstellten und ihm am Sonntag ab 9 Uhr zur Seite standen, war auch der 18-jährige Danny Herzog. "Einige Transporter waren da ebenfalls schon im Wald. Auf der Suche nach billigem, herrenlosem Holz", sagte der Schüler des Forster Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums empört. "Ist das eine Baustelle?", erkundigte sich der vierjährige Leon verwirrt. "Wir hatten ein riesengroßes Glück. Wenige Hundert Meter weiter und es hätte uns in Klein Bademeusel getroffen und das Dorf verwüstet", meinte hingegen sein Großvater Karl-Heinz Köhler. Es falle ihm angesichts der Verwüstungen schwer, zu begreifen, dass solch gesunde Bäume so einfach umgeknickt werden können. Etliche Passanten wollten einfach "nur mal gucken", schlenderten mit dem Fotoapparat vorbei. Karsten Schulz aus Groß Bademeusel, der am Samstagabend in Forst den ungewöhnlich aussehenden, in breiter Front heranziehenden dunklen Streifen am Himmel beobachtete, sah am Sonntag in seinem Wald nach dem Rechten. Dort gab es zu seiner Erleichterung nur wenige Schäden. Hautnah hat Jäger Lutz Rehdo aus Klein Bademeusel das Unwetter mitten im Wald auf dem Weg zu seinem Ansitz erlebt. "Hagelkörner prasselten aufs Auto. Da war nicht mal mehr das Radio zu hören." Und während Blätter und Äste durch die Luft wirbelten, suchte er mit dem Auto auf dem freien Feld Schutz. Seine ganze Sorge galt jedoch den anderen Waidgenossen, die er ebenfalls im Wald wusste und vergeblich versuchte, telefonisch zu erreichen. Als es 15 Minuten nach der Windhose, die sich mit unvorstellbarer Gewalt aus südwestlicher Richtung ihren Weg bahnte, wieder heller wurde, war der Weg unpassierbar geworden. In den frühen Nachmittagsstunden war er am Sonntag nochmals vor Ort, versehen mit einem Proviantkorb, den ihm seine Ehefrau Gabriele für die acht Helfer gepackt hatte."

Sturm schlägt bei Groß Bademeusel zu (Lausitzer Rundschau, 17.08.15)