Frankenberg (Hessen)

 07.10.1434 / Stärke (n. bek.) Verdacht
"Aus der Frankenberger Stadtchronik von Wigand Gerstenberg: "Do man schreib nach gots geburt 1434 jar, uff den 7. tag nach Remigii, du was der allergroiste wynt. Der warff vil hocher spittzen uff den tornen abe, unde vil guter gebuwe brach he nidder, unde in den welden grosße strameln der boyme umbewarff; wante wo die strameln hynne gingin, das muste alle umbefallen, adder mit macht uß der erden gerisßen adder entzwey gebrochin. Disßer wynt warff zum Franckenberge den hanen uf dem chortorne abe; der fyl in den Kirchpuel in der Mittelgassen. Auch warff er die steynen luchtin umbe vor dem beynhuße. Dartzu uff dem umbegange dess chorß die steynen piler adder tzeborigen zubrach er unde warff sie herabe."" (Quelle: Johannes Hofmeister, Hessische Wetterchronik - Eine Sammlung von Originalzitaten zu Wetterereignissen vergangener Jahrhunderte, 2014) - Ins Neuhochdeutsche übersetzt lautet der Text in etwa so: "Da man schrieb nach Gottes Geburt das Jahr 1434, den 7. Tag nach Remigii (Remigius von Reims, Namenstag meist am 1. Oktober), da war der allergrößte Wind. Der warf viele hohe Spitzen von den Türmen herab, viele gute Gebäude brachen hernieder, und in den Wäldern große Stämme der Bäume umwarf; dort wo die Stämme hinfielen, mußten alle umfallen oder wurden mit Macht aus der Erde gerissen oder entzwei gebrochen. Dieser Wind warf zum Frankenberg den Hahn vom Kirchturm, der fiel in die Kirchenhülbe(Feuerlöschteich) in der Mittelgasse. Auch warf er die Steine leichthin um vor dem Beinhaus. Dazu auf dem Umgang des Chroes (der Kirche) die Steine der Poller oder Torbogen zerbrachen und warf sie herab."