Langenrain (Baden-Württemberg)

 09.02.2016 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: nicht bekannt. Aus einer Meldung des Südkurier am 11.02.2016: "Sturm entwurzelt etliche Bäume in Wäldern auf dem Bodanrück - Die wirtschaftlichen Schäden bleiben überschaubar. Förster warnt vor Spaziergängen im Wald. Das Sturmtief hat ganze Arbeit geleistet: in Teilen der Wälder auf dem Bodanrück auf den Gemarkungen Konstanz, Reichenau und Allensbach. Die Förster der Region bezeichnen die Schäden zum Teil als erheblich, zum Teil als wirtschaftlich ohne größeren Belang. Relativ groß ist der Schaden in den Waldgebieten, die zur Reichenau und zu Allensbach gehören. An 42 Stellen seien Wege durch herabgefallene Kronen oder umgestürzte Bäume blockiert worden, wie Förster Martin Kreutz berichtet. Das Waldgebiet, das er betreut, erstreckt sich auf etwa 700 Hektar. Im Moment sei er gemeinsam mit seinen Mitarbeitern damit beschäftigt, die Wege frei zu räumen, vermutlich werden diese Arbeiten noch bis Ende der Woche andauern. "Etwa 400 Festmeter Schadholz ist in den Sturmnächten angefallen?, sagt Martin Kreutz, davon etwa 250 Festmeter auf Allensbacher Gemarkung, 20 bis 30 beim Kloster Hegne. ?Das ist noch tragbar, aber wirtschaftlich schon spürbar." Das Sturmholz sei natürlich nach wie vor verwertbar, müsse aber zu geringeren Preisen vermarktet werden. Mit Unbehagen hat Martin Kreutz das Gebiet betrachtet, an dem die Rodung für die B 33 stattfand. "Hier sind etwa 50 Bäume umgeworfen worden, weil sie durch die Rodung keinen Schutz mehr hatten." Zu 95 Prozent habe es Fichten getroffen. Diese seien Flachwurzler, was eine ungünstige Hebelwirkung erzeuge: Daher seien sie stärker gefährdet, bei Sturm zu stürzen. Der Waldboden sei sehr nass, das verringere den Halt für die Wurzeln weiter. Die Buche hingegen sei stabiler, weil sie momentan kein grünes Blätterdach habe und dem Wind weniger Angriffsfläche biete. Michael Flöß betreut als Förster eine sehr große Fläche: den Konstanzer Stadtwald einschließlich des Lorettowalds und Teilen des Landesbesitzes, der bis an die Grenze zu Langenrain reicht. Insgesamt ist das eine Fläche von 1400 Hektar Wald. Im Verhältnis zur Fläche sei der Schaden sehr gering, berichtet Flöß, lediglich etwa 200 Festmeter Schadholz habe der Sturm produziert. Auch im Stadtwald seien vor allem Fichten Opfer des Sturms geworden, die Buchen seien stabiler. Viele Waldwege seien durch umgestürzte Bäume blockiert worden, diese seien aber inzwischen wieder freigeräumt. Mit den Wald- und Aufräumarbeiten ist eine Ausbildungsgruppe mit einem Meister und vier Auszubildenden beschäftigt, zwei Forstunternehmen unterstützen Förster Michael Flöß zudem im Stadtwald. Der wirtschaftliche Schaden sei nach derzeitigem Kenntnisstand ohne Belang, es koste allerdings Geld, die Schäden zu beseitigen, da das Holz weit verstreut liege. Abgesehen von den wirtschaftlichen Aspekten weist Flöß darauf hin, dass Spaziergänger und Sportler die Wälder in diesen Tagen eher meiden sollten. "Das gilt vor allem für den Lorettowald, ein Waldstück mit alten und hohen Bäumen." Diese seien durch den Wind besonders gefährdet. Im Wald, der dem gräflichen Haus Bodman gehört, ist der Schaden auf Konstanzer und Allensbacher Gemarkung nach Auskunft von Reinhard Bickel, Betriebsleiter im Forst des Grafen Bodman, überschaubar. "Einen Schwerpunkt gab es am Golfplatz Langenrain. Dort muss eine Windhose durchgegangen sein." An dieser Stelle seien überwiegend Douglasien gestürzt, die wegen tieferer Wurzeln normalerweise resistenter seien als Fichten. Auch viele Buchen seien dort entwurzelt worden. An anderen Stellen des Waldes seien wie zu erwarten vor allem Fichten dem Sturm zum Opfer gefallen. Insgesamt fielen etwa 200 Festmeter Sturmholz an. Zwei bis drei Waldwege seien im Moment noch versperrt, diese wolle man heute jedoch freiräumen. Im Mainauwald, der etwa 400 Hektar Fläche umfasst, sind die Schäden laut Auskunft von Julia Sutter, Mitarbeiterin im Pressereferat, gering. Es lägen Äste auf den Wegen und einzelne Bäume seien umgestürzt. "Kollegen haben die versperrten Wege bereits freigeräumt." Die Aufräumarbeiten dauerten aber noch an." - Nach Auskunft der Gräflichen von Bodmanschen Forstwirtschaft erstrecken sich die Hauptschäden in nordöstlicher Richtung auf einer Strecke von ca. 600 m, mit einer Breite von ca. 50 m. Die Bäume lagen alle etwa in der gleichen Richtung. Da der Golfplatz betroffen war, wurde mit der Aufarbeitung sofort begonnen, mit 200 Fm ist der Schaden für forstwirtschaftliche Verhältnisse eher gering zu bewerten, allerdings sind sehr viele Douglasien dabei, die meist deutlich über das Kronendach herausragen. Beschreibungen und Fotos der Schäden sprechen für eine Gewitterfallböe (Downburst).

Sturm entwurzelt etliche Bäume in Wäldern auf dem Bodanrück (Südkurier, 11.02.16)