Regenstauf (Bayern),
Maxhütte-Haidhof (Bayern)

 29.05.2016 / Stärke (F2) Bestätigt
Zeitpunkt: gegen 21:28 Uhr MESZ. Tornado richtete größere Schäden in der Siedlung Deglhof an. Aus einer Meldung der Mittelbayerischen Zeitung vom 30.05.2016: "So wütete das Unwetter über Ostbayern - In Maxhütte-Haidhof entging eine Familie mit drei Kindern nur knapp einer Katastrophe. [...] Regensburg.Das volle Ausmaß der Zerstörung zeigt sich erst am Montagmorgen: mit fassungslosen Gesichtern, die Hände vors Gesicht geschlagen stehen Anwohner im Ortsteil Deglhof vor den Trümmern eines Hauses. Ein Tornado hat einer fünfköpfigen Familie aus Maxhütte-Haidhof am Sonntag im wahrsten Sinne des Worte das Dach über dem Kopf geraubt. Der Vater konnte sein zweijähriges Kind erst im letzten Moment aus dem Zimmer im Obergeschoss retten ? Sekunden später riss der extreme Wind zwei riesige Stücke des Daches weg. Gegen 21.30 Uhr schlug "ein zirkulierender Schlauch, vier bis fünf Meter im Durchmesser" eine Schneise der Zerstörung durch die Neubausiedlung. So schilderten mehrere Anwohner der MZ ihre Eindrücke des Unwetters. "Das klang wie ein dröhnender Nonstop-Donner, vielleicht 20 Sekunden lang", erklärte ein anderer Nachbar. Dazu das Geräusch von zersplitterndem Glas und heftigen Aufschlägen ? vermutlich, als riesige Teile das Daches auf die Straße und in einen Garten krachten. "Dann wurde es still, ehe dann starker Platzregen einsetzte." [...] Offenbar unter Schock flüchteten die Eltern mit ihren drei Kindern (2, 4 und 7 Jahre alt) in den Keller des Einfamilienhauses. Dort fanden zu Hilfe geeilte Nachbarn sie und brachten die Familie schließlich in Sicherheit. Mit den Helfern von Feuerwehr und THW holten sie das Wichtigste aus dem völlig beschädigten Haus ? "was noch zu retten war", erzählte eine Nachbarin. Ein Sturzbach ergoss sich da schon aus dem Obergeschoss hinunter, erinnert sie sich. Die Schäden seien sogar an den Wänden im Erdgeschoss sichtbar gewesen. Die Mutter und zwei Kinder kamen vorsorglich in ein Krankenhaus. "Beim Eintreffen fehlten größere Teile vom Dach", beschrieb THW-Ortsbeauftragter Martin Liebl die Eindrücke seiner rund 30 eingesetzten Kräfte. Der freistehende Kamin musste von den Fachleuten per Kran "kontrolliert umgelegt" werden. "Teile des Gebäudes sind einsturzgefährdet", sagte der erfahrene THW-Mann. Mehr als vier Stunden zogen sich die Arbeiten des Technischen Hilfswerks in Deglhof. Das "in unserer Gegend ein Haus so massiv beschädigt" werde, hätten die Kollegen noch nie gesehen. "In dem Ausmaß kennen wir das nicht." Es war nicht der einzige Einsatz für die Retter ? nahezu jede Feuerwehr in den drei Städten Maxhütte-Haidhof, Burglengenfeld und Teublitz musste in der Nacht ausrücken. Vielerorts blockierten umgestürzte Bäume zahllose Straße und wurden Dächer abgedeckt. Großen Schaden hat auch der FC Maxhütte-Haidhof zu beklagen: Hier riss wohl auch der Tornado die Überdachung der Tribune auf dem Fußballplatz weg. Massive Stahlträger verbogen sich wie Strohhalme, mehrere große Einzelteile flogen bis zu 200 Meter weit weg. Gefordert waren die Ehrenamtlichen auch bei einem Zugunfall. Ein mit mehr als 150 Passagieren besetzter ?Alex? war zwischen Deglhof und Leonberg in einen Baum gefahren. Verletzt wurde dabei jedoch niemand. Der Zugführer war nach eigenen Angaben wegen der Unwetterwarnung mit "etwa 70 Kilometern pro Stunde" unterwegs und erfasste nur die auf seinen Schienen liegende Krone eines massiven Baumes. Dennoch band allein dieser fast dreistündige Einsatz rund 100 Ehrenamtliche von BRK, Johannitern und der Freiwilligen Feuerwehr. [...] Der Schock sitzt bei den Menschen im Maxhütter Ortsteil Deglhof spürbar tief: "Gott sei Dank ist niemand verletzt worden", sagte eine Frau angesichts des Trümmerfeldes nach dem Tornado. "Das war Riesenglück im Unglück für die ganze Familie." Bei der Stadt Maxhütte-Haidhof, wo jede Hand heute mit Aufräumarbeiten beschäftigt ist, will man helfen. Wie zweiter Bürgermeister Franz Brunner der MZ sagte, sei "die Familie erst mal versorgt und bei ihren Nachbarn untergekommen". Man wolle zunächst mit den Betroffenen sprechen. Der Vater sei aber derzeit im Krankenhaus bei seiner Frau und den Kindern." - Die Schäden befanden sich in einer Linie, die von dem stark beschädigten Haus in der Steigerstraße in Richtung Norden bis zum Stadtpark reichten. Außerhalb des am schlimmsten betroffenen Bereiches gab es ebenfalls Schäden, die aber meist nur sporadisch auftraten. Der Fall wurde auf Grund des Schadenbildes und der genauen Augenzeugenberichte bestätigt. Die Stärke wir eventuell noch auf F2 heraufgestuft. Vor Maxhütte schlug der Tornado bereits eine Schneise durch den wald bei Regenstauf.

So wütete das Unwetter über Ostbayern (Mittelbayerische, 30.05.16)
Video: Tornado zerstört ein Haus in Deglhof (Mittelbayerische, 30.05.16)
Schwere Schäden in Maxhütte-Haidhof (Onetz, 31.05.16)
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Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)