Elsthal (Brandenburg)

 28.08.2016 / Stärke (n. bek.) Kein Tornado
Zeitpunkt: gegen 20:00 Uhr MESZ oder kurz danach. Dazu der Bericht von Heiko Wichmann und Thilo Kühne von der Tornado-Arbeitsgruppe Deutschland: "Der Schadensbereich lag zwischen den Dörfern Ruhlsdorf und Woltersdorf, nördlich von Luckenwalde, ca. 1km südlich des Dorfes Liebätz. Hierbei handelte es sich um einen massiven Waldschaden nahe der Verbindungsstraße zwischen beiden vorher genannten Orten. Ein Waldareal von ca. 70 x 150 Metern wurde verwüstet - homogener Kiefernbestand mit ca. 15-20m hohen Bäumen. Die Bäume wurden überwiegend entwurzelt, einige auch gebrochen. Die Bruchstellen wiesen glatte Brüche auf, teilweise mit Aushebung der Rinde, sowie Faserbrüche in den noch stehenden Stämmen. Wir gehen davon aus, dass so ein Schaden eher durch längere Krafteinwirkung verursacht wird, da die Fasern im Stamm erst angebrochen werden müssen und dann, als finale Folge der Windeinwirkung, der Stamm oberhalb der Faserbrüche abknickt. Gestützt wird diese These durch das Fallmuster vor Ort. Die Bäume lagen überwiegend in Richtung OSO / SO, d.h. also ca. 40° bis 50° Abweichung zur Zugrichtung des Gewitters, und zwar wegweisend von eben jenem, nicht zufallend. Des Weiteren wies das Gesamtmuster eine leichte fächerartige Form auf, wobei der Aufsetzpunkt am nördlichen Schneisenanfang, naher der Landstraße, gut ersichtlich war. Er war nicht breiter als 20 x 20 Meter. Von hieraus breitete sich der Wind im Verhältnis zum Schadensfeld wie in einem schmalen Fächer aus und erreichte im maximalen eine Breite von 150 Metern. Zueinander und/oder zur Schneisenmitte weisende Bruchschäden waren nicht zu verzeichnen; einzelne tendenziell so angeordnete Bäume waren wohl eher durch Schlagimpulse in Interaktion mit anderen Bäumen oder aufgrund markanter Wurzelverwachsungen der Bäume abweichend des Fächermusters gefallen. Zudem gab es keine Anzeichen für Trümmerverfrachtung (in diesem Falle Äste/Baumkronen etc). Die Sturmart konnten wir vor Ort deutlich als Downburst vermerken. Die Intensität des Windstoßes kann mit F1 bewertet werden."