Börtlingen (Baden-Württemberg)

 07.06.2012 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 20 Uhr MESZ. Aus einer Meldung der Südwest Presse vom 09.06.2012: "Entwurzelte und gesplitterte Bäume, eine eingestürzte Scheune und zwei Bauernfamilien, die mit dem Schrecken davon kamen: Eine Windhose hat bei Börtlingen eine Schneise der Verwüstung verursacht. Die Aufräumarbeiten waren gestern Nachmittag in vollem Gange - und sie werden noch Wochen dauern. Auf dem Ödweilerhof von Hans Schmid ist Jürgen Knaut eingetroffen. Der Bautechniker ist Mitarbeiter der Sparkassen-Versicherung und macht sich ein Bild vom Ausmaß des Schadens. Ein Mini-Tornado hat am Donnerstagabend gegen 20 Uhr zwischen Börtlingen und Breech eine etwa 80 Meter breite Schneise der Verwüstung verursacht. Bäume wurden vom Sturm entwurzelt oder in Stücke gerissen, Hochsitze zerstört, dicke Äste durch die Luft geschleudert, Wiesen platt gedrückt. Ein Futtersilo kippte um. Verletzte gab es nicht. "Es ist plötzlich laut geworden und nach zwei, drei Minuten war alles vorbei." Der Landwirt Hans Schmid und seine Lebensgefährtin waren in ihrem Wohnhaus, als der Himmel schwarz wurde und die Windhose über ihren Hof und die Felder tobte. "Sogar Tannen lagen danach im Getreidefeld", erzählt der 80-Jährige. Der Sturm hat seinem Stall schwer zugesetzt. Im Dach klafft ein riesiges Loch. Und hinter dem Wohnhaus ist kaum ein Durchkommen. Stämme, Äste und Zweige versperren den Weg. "Das war heftiger als bei Lothar", erzählt Schmids Nachbar, Günther Zürn. Der 51-Jährige zeigt auf einen Trümmerhaufen aus Holz. Bis Donnerstagabend war das seine Scheune. Als sich der Mini-Tornado näherte, befand sich Zürn mit seinen Söhnen im Stall. Eine Kuh kalbte gerade. "Die Tiere waren alle ganz seltsam - auch die auf der Weide. Die haben gespürt, dass etwas nicht stimmt", erzählt der Bauer. Während die Windhose über die zwei Höfe raste und sich im Marbachtal verlor, feierte die Börtlinger Feuerwehr im Magazin gerade ein Fest. Im Ort selbst spürte man nichts von dem Tornado. Dort regnete es bloß, und es war windig. Als die Feuerwehrleute vom Unglück erfuhren, eilten sie los, um den Landwirten zu helfen."

Verdachtsfall Hornbach (Skywarn)
Eine Spur der Verwüstung (Südwest Presse, 09.06.12)