Bockhorst (Niedersachsen),
Esterwegen (Niedersachsen),
Hilkenbrook (Niedersachsen)

 07.07.2017 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 19:00 Uhr MESZ. Aus einer Meldung der Osnabrücker Zeitung vom 07.07.2017: "Windhose, Böen, Regen: Sturm tobt über nördlichem Emsland - Papenburg/Hilkenbrook. Kurz, aber heftig ist am Freitagnachmittag ein Unwetter über das nördliche Emsland und den Landkreis Vechta hinweggezogen und hat größere Schäden angerichtet. Die Aufräumarbeiten bescheren den Feuerwehren mehrstündige Einsätze. In Aschendorf begruben umgestürzte Bäume drei Autos unter sich – zwei an der Schulstraße und einen an der Bülte. Allein die Aschendorfer Feuerwehr war nach Angaben von Papenburgs Stadtbrandmeister Josef Pieper mit 40 Mann im Einsatz. Ein Sprecher der Polizei in Papenburg berichtete auf Anfrage unserer Redaktion zunächst von lediglich acht Einsätzen wegen umgestürzter Bäume, abgedeckter Dächer und vollgelaufener Keller. "Das Ganze hat nur etwa zehn Minuten gedauert", sagte er über das Unwetter. Nach seinen Worten zog es von Papenburg über Surwold, Bockhorst, Esterwegen und Hilkenbrook. Berichte über Verletzte gab es nicht. Derweil sind vor allem in der Samtgemeinde Nordhümmling die Feuerwehren im Dauereinsatz. Ein Feuerwehrsprecher berichtete von mindestens 40 Einsätzen. Mehrfach würden umliegende Feuerwehren nachalarmiert. Die Feuerwehr sprach von einer "Windhose", die über Esterwegen, Hilkenbrook und Bockhorst gewütet habe. Die kleine Nordhümmlinggemeinde Hilkenbrook hat es besonders heftig erwischt. Augenzeugen berichteten von gewaltigen Sturmböen und starkem Hagel. Mehrere Bäume seien umgestürzt, einige Straßen nicht passierbar. Auch hier rückte die Feuerwehr zu Aufräumarbeiten aus. Wie ein Sprecher berichtete, seien an fast allen Straßen des Dorfes Bäume umgestürzt. Der Ort befand sich regelrecht in einem Ausnahmezustand. Die Einwohner standen auf den Straßen, um entweder den eigenen Garten von den Folgen des Unwetters zu befreien oder den Nachbarn dabei zu helfen. Die Feuerwehr kam gegen das Räumen der vielen umgestürzten Bäume nicht an, sodass auch Landwirte und Bauunternehmen mit ihren Baufahrzeugen zu Hilfe eilten. Die Bäume wurden an vielen Stellen samt Wurzelwerk aus dem Boden gehoben. Neben starkem Wind und Regen fielen in den wenigen Minuten des Unwetters den Einwohnern zufolge auch erbsen- bis tischtennisballgroße Hagelkörner vom Himmel. Darüber hinaus waren die Straßen des Ortes stellenweise vollkommen mit Laub bedeckt, dass mit dem starken Wind von den Bäumen gefallen war. Einige Bäume fielen teilweise auf den Spielplatz und zerstörten auch dort einige Geräte. Zudem waren einige Häuser und Ställe betroffen, denen beispielsweise das Blechdach durch den starken Wind vom Gebäude gehoben wurde. Auch die Ernte der örtlichen Landwirte war betroffen. So lag der Mais auf den Feldern teilweise platt am Boden. In Esterwegen waren nach Angaben eines Feuerwehrsprechers mehrere Straßen durch Bäume blockiert. "Wir haben unzählige Lagen", berichtete der Sprecher. Seine Esterweger Kameraden wurden von der Freiwilligen Feuerwehr Lorup unterstützt. Auch Anwohner packten beim Aufräumen mit an. Einige kamen mit Traktoren. Geräumt werden musste unter anderem auf der Hauptstraße, der Dorfstraße und der Schützenstraße. Der Sprecher der Esterweger Feuerwehr war derweil mit einem Trupp in Bockhorst im Einsatz. Dort wurden sie von Kameraden aus Burlage und Surwold unterstützt. Die Hagelkörner, die auf dem Nordhümmling niedergingen, hätten einen Durchmesser von bis zu fünf Zentimeter gehabt. Auch im Papenburger Stadtgebiet mussten die Feuerwehren mehrfach ausrücken. Wie Stadtbrandmeister Pieper berichtete, knickte in der Schulstraße in Aschendorf ein dicker Baum um und begrub zwei Autos unter sich. Auch in der Bülte in Aschendorf sowie am Splitting (Obenende) lagen mehrere Bäume und Äste auf der Straße. Ein weiterer Einsatz führte die Feuerwehr Pieper zufolge zur Johann-Bunte-Straße. Auch hier knickte ein Baum um und blockierte die Straße. Weitere Einsätze gab es auf dem Tunxdorfer Torfweg und auf der Tunxdorfer Straße. Am Untenende in Papenburg prasselte derweil lediglich starker Regen nieder. Wie die Polizei Cloppenburg/Vechta mitteilt, zog ein heftiges Unwetter mit Starkregen und Sturmböen auch durch den Nordkreis Vechta. Dort hätte das Unwetter eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Zwischen Wildeshausen und Vechta fahren keine Nordwestbahn, weil Bäume auf den Schienen liegen.Betroffen waren vorrangig die Gemeinde Goldenstedt mit den Ortsteilen Ellenstedt und Einen sowie die Gemeinde Visbek mit den Ortsteilen Endel und Bonrechtern. Umgestürzte Bäume beschädigten Häuser, Ställe und Fahrzeuge." - Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist von einem Downburst (Gewitterfallböe) auszugehen.

Hunderte Bäume entwurzelt (NonstopNews, 08.07.17)
Galerie: Hunderte Bäume entwurzelt (NonstopNews, 08.07.17)
Gewitter in der Region: Die Bilanz (Facebook)
Fotos der Schäden in Hilkenbrook (Facebook)
Windhose, Böen, Regen: Sturm tobt über nördlichem Emsland (Osnabrücker Zeitung, 07.07.17)
Unwetter hinterlässt Spur der Verwüstung (NWZ Online, 10.07.17)
Orkanschäden belasten Bockhorster Haushalt (Osnabrücker Zeitung, 23.07.17)