Barenthin (Brandenburg)

 10.11.2017 / Stärke (F1) Bestätigt
Zeitpunkt: abends. Aus einer Meldung der Märkischen Allgemeinen vom 13.11.2017: "Erhebliche Schäden nach Tornado in Barenthin - Kurz, aber heftig: In der Prignitz ist am Wochenende eine Windhose durch einen Ort gezogen. Gebäude sind eingestürzt, Dächer wurden abgedeckt und Bäume entwurzelt. Augen- und Ohrenzeugen berichten von heftigen Szenen während dieses Tornados. Barenthin. Es war dunkel, als ein Tornado über das Gumtower Dorf Barenthin hinwegfegte. Welchen verheerenden Schaden er hinterließ, zeigte sich erst am Folgetag: Die Windhose vom späten Freitagabend hinterließ eine unübersehbare Schneise der Verwüstung. Abgedeckte Dächer, abgeknickte und entwurzelte Bäume waren das Ergebnis dieses Wetterphänomens. Einige Gebäude wurden völlig zerstört. Barenthins Ortsvorsteher Jörg Abraham ist angesichts des Schadensausmaßes froh, dass niemand verletzt wurde. „Trümmer des alten Pollo-Kleinbahnschuppens hatten sich bergeweise auf der Dorfstraße verteilt und mussten schnellstens beseitig werden“, berichtet Abraham, der als Feuerwehrmitglied bei dem Einsatz dabei war. Es gibt Augenzeugen, die mitbekamen, wie ein altes Gebäude und eine Scheune einstürzten. Teile dieser Dächer flogen mitunter mehrere Hundert Meter weit. Gerlinde Reiche aus Barenthin war gerade mit ihrem Hund unterwegs, als die Windhose über das Dorf hereinbrach. Im allerletzten Moment habe sie sich in eine massiv gemauerte Bushaltestelle retten können, die sich nur 30 Meter neben dem zerstörten Kleinbahnschuppen befindet. „Sekunden später brach die Hölle los. Es hörte sich an, als ob ein Düsenjäger über mich hinwegfliegt, und schon flogen Bäume und viele Trümmerteile umher“, berichtete Gerlinde Reiche. Auch laut Familie Steinke soll ein lautes Dröhnen zu hören gewesen sein. Sie berichten von „heftigem Wind“. Nach wenigen Minuten sei alles vorbei gewesen. Eine andere Barenthinerin erzählte der MAZ, dass es sich angehört hätte, als würde ein Hubschrauber landen. "Wir hatten riesiges Glück, dass das alles nicht über den Wohnhäusern passierte, sondern diese, wenn auch knapp, verschont blieben", so Steinkes." - Eine Vor-Ort-Untersuchung und Kartierung der Schäden ergab, dass es sich tatsächlich um einen Tornado handelte mit einer Schneisenlänge von 1,2 Kilometern und einer Breite von durchschnittlich etwa 40 Mtern und maximal etwa 90 Metern.

Schadenanalyse von Thilo Kühne (Tornado-Arbeitsgruppe Deutschland, pdf, ca. 20 MB)
Tornado vom Freitag bestätigt (Wetterkanal, 15.11.17)
Erhebliche Schäden nach Tornado in Barenthin (Märkische Allgemeine, 12.11.17)
Weitere Fotos der Schäden (Twitter)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)